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Wirtschaft

Bitcoin: Auf Rekordjagd folgt der Absturz

Einer wochenlangen Klettertour der Digitalwährung Bitcoin ist nun eine noch rasantere Talfahrt gefolgt: Binnen einer Woche hat der Bitcoin rund ein Drittel seines Wertes verloren.

Am Donnerstag fiel der Bitcoin auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember: Eine digitale "Münze" war zwischenzeitlich weniger als 753 US-Dollar wert. Auch am Freitagmorgen verharrte der Kurs auf niedrigem Niveau: Ein Bitcoin kostete rund 790 US-Dollar. Noch vor einer Woche, am 5. Januar, hatte die Digitalwährung mit einem Wert von 1161 US-Dollar an einem neuen Rekordhoch gekratzt.

Furcht vor einer stärkeren Regulierung der Digitalwährung durch Chinas Führung lasse Anleger die Flucht ergreifen, hieß es aus dem Handel. Inzwischen sind alle Gewinne einer seit Dezember bis ins neue Jahr hinein anhaltenden Rally wieder verloren.

Angst vor verschärften Kontrollen

Beamte der Zentralbank sowie der Stadtverwaltungen von Peking und Shanghai hatten Büros von Bitcoin-Handelsplattformen durchsucht, wie die Notenbank am Mittwoch mitteilte. Ziel der Durchsuchungen sei herauszufinden, ob die Handelsplattformen die Auflagen für den Devisentausch, sowie im Kampf gegen Geldwäsche und Finanzrisiken einhalten.

Die Betreiber der Online-Handelsplattform BTCC schreiben auf ihrer Website, dass mit weiteren Besuchen zu rechnen sein, versuchten aber, Panik entgegen zu wirken: "Unterdessen bitten wir unsere Kunden eindringlich, Medienberichte rational und behutsamen zu bewerten, die über das Treffen und die Gespräche spekulieren."

Die Aktion schürt Befürchtungen, die Regierung in Peking werde aus Furcht vor Kapitalflucht ihre Kontrollen über den Bitcoin-Handel drastisch verschärfen. Grund für die vorangehenden Kursgewinne war nach Ansicht von Analysten, dass viele Chinesen Geld ins Ausland schaffen wollen. Bei der Bitcoin-Währung gibt es bislang keine vom Staat festgelegte Obergrenze.

Starke Kursschwankungen

Bitcoins gibt es seit 2009. Damals war die Währung lediglich ein paar Cent wert. Hinter dem virtuellen Geld steckt der Gedanke, eine Währung zu schaffen, die unabhängig von Staaten, Zentralbanken und der Geldpolitik ist. Erfunden wurde sie unter dem Eindruck der Finanzkrise.

Befürworter finden es gut, dass das Internetgeld nur von der Nutzer-Gemeinschaft beeinflusst werden kann und nicht von Zentralbanken oder Regierungen. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet; der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Im Jahr 2013 erreichte die Cyberwährung ihren bisherigen Höchststand von 1165,89 Dollar. Anschließend verlor sie aber zeitweise drei Viertel ihres Wertes. Der jüngste Anstieg des Kurses deutete darauf hin, dass Bitcoins für Anleger in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit attraktiver werden: Neben China hat auch Malaysia mit einer immensen Kapitalflucht zu kämpfen. In Indien und Venezuela sorgen unterdessen Bargeldreformen für zusätzliche Verunsicherung.

Der Ruf von Bitcoin erlitt mehrfach Kratzer: Unter anderem verschwanden hunderttausende "Münzen" von der Plattform MtGox, bei der Bitcoin in echte Währungen getauscht werden konnten. Zudem stellte sich heraus, dass unter anderem auf dem illegalen Online-Handelsplatz Silk Road Drogen mit Bitcoin gekauft wurden.

hmf/ul (dpa, afp)

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