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Fußball

Bissige Wölfe, überragendes Barça

Wolfsburg Meister, Bremen Pokalsieger, Barcelona Champions-League-Gewinner. Das Fußball-Jahr 2009 brachte auf deutscher und europäischer Vereinsebene Überraschendes und Erwartbares.

Spieler des VfL Wolfsburg halten am letzten Bundesligaspieltag der vergangenen Saison die Meisterschale hoch. Foto: picture-alliance/dpa

Meisterschale in Wolfsburg

Trainer Magath winkt nach der gewonnenen Meisterschaft den Wolfsburger Fans zu. Foto: picture-alliance/dpa

Trainer Magath: Zum Abschied die Meisterschaft

Kaum einer hätte vor Saisonbeginn auch nur einen Euro darauf gewettet, dass der VfL Wolfsburg deutscher Fußballmeister würde. Und selbst zu Jahresbeginn deutete nichts darauf hin, dass am letzten Spieltag die Spieler von Trainer Felix Magath die Meisterschale in den Wolfsburger Abendhimmel recken würden. Neunter war der VfL nach der Hinrunde. Doch in der Rückrunde trumpften die Niedersachsen groß auf, legten ihre vorher aufgetretene Auswärtsschwäche ab und feierten zwischenzeitlich zehn Siege in Folge. So fertigten die "Wölfe" auch den FC Bayern München mit 5:1 regelrecht ab. Der Rekordmeister wurde gedemütigt, nicht zuletzt durch Grafite, der fünf Bayern-Verteidiger narrte und dann den Ball mit der Hacke ins Netz beförderte – vielleicht das schönste Tor des Jahr.

Traumduo Grafite/Dzeko

Wolfsburg's Grafite erzielt sein viertes Tor im letzten Bundesligaspiel gegen Werder Bremen. Neben ihm sein Sturmpartnr Dzeko. Foto: AP

Dzeko (l.) und Grafite - zwei Stürmer, ein Ziel: der Ball muss ins Tor

Der Stürmer aus Brasilien war einer der Garanten der Wolfsburger Meisterschaft. Mit 28 Treffern sicherte sich Grafite die Torjägerkrone der Bundesliga. Mit seinem Sturmpartner, dem Bosnier Edin Dzeko, der es auf 26 Treffer brachte, bildete er das erfolgreichste Angriffsduo der Bundesliga-Geschichte. Mit einem 5:1-Heimsieg am letzten Spieltag sicherten die Wolfsburger die Meisterschale. Trainer Magath sprach von einem Traum. "Daran hätte ich vor ein paar Wochen noch nicht geglaubt, ganz zu schweigen am Anfang der Saison. Wir haben vielleicht nicht die beste Mannschaft, aber wir haben den besten Fußball über die gesamte Saison gezeigt." Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass Magath nach der Saison zum FC Schalke 04 wechseln würde, den er ebenfalls auf die Erfolgsspur brachte.

Spät versöhnte Bayern

Kombibild der Ex-Bayern-Trainer Klinsmann und Heynckes. Fotos: AP/picture-alliance-dpa

Klinsmann gescheitert, Heynckes erfolgreich

Zu den Enttäuschten gehörte der FC Bayern München. Mit Trainer Jürgen Klinsmann gelang den Münchnern wenig. Erst als Klinsmann entlassen war und Jupp Heynckes für die Schlussphase der vergangenen Saison einsprang, drehte der Rekordmeister noch einmal auf. Lohn der Aufholjagd war die Vizemeisterschaft. "Da sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Manager Uli Hoeneß. Es sei eine ordentliche, aber keine überragende Saison gewesen, "denn wenn der FC Bayern in 34 Spieltagen nicht einmal Tabellenführer ist, dann stimmt etwas nicht." Zur neuen Spielzeit verpflichteten die Bayern den Niederländer Louis van Gaal als neuen Trainer. Erst gegen Jahresende stellten sich die gewünschten Erfolge ein. Die Bayern triumphierten bei Juventus Turin 4:1 und zogen doch noch ins Achtelfinale der Champions League ein.

Ungeschlagene Leverkusener

Und auch in der Bundesliga kamen die Münchner wieder in Schwung. Nach der Hinrunde liegen die Bayern zwei Punkte hinter Herbstmeister Bayer Leverkusen, einen Zähler hinter dem FC Schalke 04. "Es ist schön, die Herbstmeisterschaft zu haben, aber keine Garantie, dass man am Ende auch die Meisterschale hat", sagt Bayern-Trainer van Gaal in Richtung Leverkusen. Der dortige Coach Jupp Heynckes, nach seinem Kurzengagement bei den Bayern zu Bayer gewechselt, ist zu Recht stolz auf seine Mannschaft, die als einziges Team in 17 Spielen ungeschlagen blieb: "Wir können mit sehr viel Optimismus in die Rückrunde gehen."

Die Spieler von Bayer Leverkusen feiern die Herbstmeisterschaft. Foto: AP

Bayer Leverkusen feiert die Herbstmeisterschaft

Trainer für ein Spiel

Neu in der Bundesliga sind seit Beginn der Spielzeit der SC Freiburg, der FSV Mainz 05 und der 1. FC Nürnberg, der sich in der Relegation gegen den FC Energie Cottbus durchsetzte. Das Fußball-Oberhaus verlassen mussten neben Cottbus der Karlsruher SC und Arminia Bielefeld. Die Bielefelder brachten das Kunststück fertig, noch am vorletzten Spieltag Trainer Michael Frontzeck zu entlassen und Jörg Berger zu verpflichten: für ein einziges Spiel.

Finalsieg und -Niederlage für Werder

Mannschaftsfoto Werder Bremen mit Pokal nach dem gewonnenen DFB-Pokalfinale gegen Leverkusen. Foto: AP

Wenigstens ein Titel für Werder

Mit Platz zehn verlief die vergangene Bundesliga-Saison auch für Werder Bremen enttäuschend. Am Ende aber durften die Bremer doch noch über einen Titel jubeln. Sie gewannen das DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Bayer Leverkusen mit 1:0. Ein anderes Finale verlor die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf: In Istanbul unterlag Werder im UEFA-Cup-Endspiel gegen den ukrainischen Club Schachtjor Donezk mit 1:2 nach Verlängerung und verpasste damit die Chance, erstmals seit 1992 wieder einen internationalen Titel zu holen.

Barça Maß aller Dinge

Nicht nur in Europa, weltweit setzte der FC Barcelona Fußball-Maßstäbe: Das Team um Superstar Lionel Messi spielte Traumfußball und wurde nicht nur spanischer Meister und Pokalsieger, sondern gewann auch die Champions League.

Barcelona's Messi küsst nach dem gewonnenen Champions-League-Finale gegen Manchester seinen blauen Fußballschuh. Foto: dpa

Barcelona konnte sich auch im Champions-League-Finale auf Messi verlassen

In Rom setzte sich Barça gegen Manchester United souverän mit 2:0 durch. Den zweiten Treffer erzielte der Argentinier Messi, der später mit dem größten Vorsprung aller Zeiten zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. (Zum Jahresabschluss gewann der FC Barcelona auch noch in Abu Dhabi den Weltpokal und darf sich nun auch offiziell "beste Vereinsmannschaft der Welt" nennen.)

Uefa-Cup-Sieg für Duisburgerinnen

Die Potsdamerinnen Schmidt und Draws versuchen, die Duisburgerin Laudehr zu stoppen. Foto: dpa

Einseitiges Frauen-Pokalfinale

Während die deutschen Männer-Fußballclubs in den internationalen Wettbewerben leer ausgingen, holten sich die Frauen des FCR Duisburg den UEFA-Pokal. 6:0 gewann die Mannschaft von Trainerin Martina Foss das Final-Hinspiel beim russischen Vertreter Svesda Perm. Im Rückspiel reichte den Duisburgerinnen ein 1:1. Die Duisburgerinnen sicherten sich außerdem mit einem 7:0-Kantersieg gegen Turbine Potsdam den DFB-Pokal. Eine Woche später durften aber auch die gedemütigten Potsdamerinnen wieder jubeln. Sie holten sich am letzten Spieltag der Frauen-Bundesliga die deutsche Meisterschaft.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Wolfgang van Kann

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