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Projekt Zukunft

Bis zum letzten Tropfen – Wege aus der Wasserkrise

Millionen Menschen sind derzeit in Ostafrika durch eine extreme Dürre mit dem Tode bedroht. Solche Katastrophen wiederholen sich immer wieder und die Prognosen für die Trockengebiete dieser Welt sind erschreckend.

Somalische Hirten, die ihren gesamten Viehbestand wegen anhaltender Trockenheit verloren haben, betrachten am die Kadaver der Tiere. Foto: dpa

Die Weltbevölkerung wächst und immer mehr Menschen werden immer mehr Wasser benötigen. Aber wo soll es herkommen? Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung suchen direkt in den Trockengebieten wie im Jordantal, zwischen See Genezareth und Totem Meer, nach Lösungen für dieses Problem. Denn schon in 30 Jahren könnte es auch durch den Klimawandel im Jordantal kein Wasser mehr geben.

Kinder in der Wüste Afrikas. Foto: dpa

Die Dürre trifft die Menschen hart. In den Hungerregionen fehlt es an allem: Es gibt keine für Kinder verträgliche Nahrung, sauberes Wasser.

Nachhaltige Entwicklung von Wasserressourcen

Stefan Geyer und seine Kollegen vom UFZ haben es sich zum Ziel gemacht, das zu verhindern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der betroffenen Region erkunden und analysieren sie die dort vorhandenen Wasservorkommen. Drei mal im Jahr fährt der Hydrogeologe in das Untersuchungsgebiet. Die Probleme hier sind vielfältig, denn in ariden, also trockenen Gebieten wie dem Jordantal versalzt das Wasser häufig. An verschiedenen Stellen nimmt Stefan Geyer Wasserproben, um diese im heimischen Institut in Halle unter anderem auf ihre Leitfähigkeit hin zu analysieren. Die Leitfähigkeit gibt Aufschluss darüber, wie viel Salz im Wasser gelöst ist, damit können die Wissenschaftler Hinweise auf unbrauchbare Wasserstellen geben.

Stefan Geyer betont: Wo das versalzt, ist natürlich sehr wichtig, um zu wissen, wo man den Brunnen bohren muss, um das Wasser noch unversalzt, also als Süßwasser zu fördern.“

Pumpbrunnen in Äthiopien. Foto: Zeitenspiegel

Wie viel Grundwasser steht zur Verfügung und wie können die Menschen im Jordantal Wasser nachhaltig fördern?

Der Weg des Wassers

Wie viel Grundwasser steht zur Verfügung und wie können die Menschen im Jordantal Wasser nachhaltig fördern? Die sogenannte Isotopenmessung soll Antworten liefern. Schwefelisotope verraten, an welchen Stellen sich Wasser neu gebildet hat und wo es versickert ist. Die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Detektivarbeit landen in einem Computer-Modell, das den Weg des Wassers nachzeichnet. Diese Ergebnisse sollen in einen Benutzungsplan einfließen. „Das ist dann eine Grundlage für das Grundwassermanagement, damit die Leute wissen, wie schnell fließt das Grundwasser nach, wie viel fossiles Wasser, wie viel junges Wasser fördere ich eigentlich in meinem Brunnen und wie viel darf ich eigentlich fördern, um das nachhaltig zu machen,“ erklärt Stefan Geyer.

Ein Ausweg: Abwasser

Ein vernünftiger Benutzungsplan bildet eine wichtige Grundlage für die Menschen im Jordantal, denn 70 Prozent des verfügbaren Wassers werden durch die Landwirtschaft verbraucht. Ohne ein nachhaltiges Wassernutzungskonzept würde in absehbarer Zeit das fossile Wasser aus den tieferen Erdschichten aufgebraucht sein und sich nicht mehr neu bilden.

Gereinigte Abwässer sollen langfristig einen Ausweg bieten, denn nur wenn künftig die Landwirtschaft als größter Verbraucher gereinigtes Abwasser nutzt, werden die knappen fossilen Ressourcen spürbar entlastet. Dieses Konzept soll eine Perspektive für viele Trockengebiete bieten, so Stefan Geyer: „Die Methoden, die wir dort entwickeln können in sämtlichen ariden Gebieten angewendet werden. Und das ist eigentlich auch unser Ziel. Wir wollen nicht nur das lokale Problem Jordaniens oder des unteren Jordantals lösen, sondern wir wollen verschiedene Methoden entwickeln, die man auch transferieren kann, und in anderen Ländern, wie Nordafrika anwenden kann.“

Kind trinkt Wasser. Foto: UN

Das Ziel der Hydrogeologen: die Versorgung der wachsenden Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser

Die Wiederverwendung von Abwasser könnte eine Strategie sein, dem Klimawandel zu begegnen und zukünftig Grundwasservorräte wieder anzureichern. Zwei Jahre arbeiten die Hydrogeologen aus Halle noch an ihrem Projekt. Und sie hoffen, dass das Wassermanagement in Zukunft funktionieren wird, um die wachsende Bevölkerung langfristig mit sauberem Grundwasser versorgen zu können.

Autor: Joanna Gottschalk

Redaktion: Maria Lesser