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Aktuell Europa

Bis zu 16 Jahre Haft für Terroristen von Verviers

Die Islamistenzelle im belgischen Verviers wurde Anfang 2015 zerschlagen. Sie soll Anschläge auf Sicherheitskräfte geplant haben - auf Anweisung der Terrormiliz IS. Nun fiel das Urteil gegen die Hauptverantwortlichen.

Belgien Prozess Terrorzelle Verviers (Archivbild: alliance/AP Photo/G. Vanden Wijngaert)

"In Kontakt zum IS": Blick in den Gerichtssaal in Brüssel (Archivbild)

Im Prozess gegen die Terrorzelle von Verviers hat das Gericht in Brüssel hohe Haftstrafen verhängt. Die vier Haupttäter müssen für acht bis 16 Jahre ins Gefängnis. Die Männer, die der Führung einer Terrorgruppe schuldig gesprochen wurden, hätten durchgängig Kontakt zur Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien gehabt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Sie hatte für die Hauptbeschuldigten Haftstrafen zwischen zehn und 18 Jahren beantragt.

Terrorfahnder waren auf die Spur der 16 Angeklagten gekommen, nachdem die Polizei im Januar 2015 einen Unterschlupf im ostbelgischen Verviers gestürmt hatte. Die Beamten fanden Waffen, Munition, Sprengstoff und Polizeiuniformen. Zwei mutmaßliche Terroristen kamen bei der Aktion ums Leben. Ein Überlebender und mögliche Komplizen mussten sich im Prozess verantworten. Allerdings waren nur sieben der 16 Angeklagten tatsächlich vor Gericht erschienen. Einige abwesende Beschuldigte sollen sich in Syrien aufhalten.

Die Zelle soll auf Anweisung des IS Anschläge auf Sicherheitskräfte geplant haben. Außerdem hätten die Terroristen mit großer Wahrscheinlichkeit schon Anfang 2015 den Brüsseler Flughafen als Anschlagsziel im Visier gehabt, sagte der Vorsitzende Richter Pierre Hendrickx in seiner Urteilsbegründung. Die Verteidigung wies diesen Vorwurf als unglaubwürdig zurück. Anführer der Gruppe soll der Islamist Abelhamid Abaaoud gewesen sein, der bei einem Polizeieinsatz nach den Anschlägen von Paris im November 2015 in Saint-Denis erschossen wurde.

jj/djo (dpa, afp, rtr)