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Europa

Bis Mitte März hat Griechenland noch Geld

Für kurze Zeit ist Griechenland noch flüssig. Alles laufe nach Plan, versichert der griechische Ministerpräsident. Die EU-Staaten wollen angeblich 25 Milliarden Euro bereitstellen.

Geöffnete Kasse mit Geld (Foto: DW)

Griechenlands Staatsschulden sollen dieses Jahr um acht Prozent steigen

Der griechische Ministerpräsident George Papandreou versicherte in einem Interview mit der BBC, dass sein Staat bis Mitte März zahlungsfähig sei. Erst in drei Wochen müsste frisches Geld auf den Finanzmärkten besorgt werden. Es wird damit gerechnet, dass Griechenland bald eine neue Staatsanleihe ausgeben wird. Papandreou betonte, Griechenland erfülle zurzeit alle Auflagen der Europäischen Union. Die Griechen seien geeint in dem Bemühen, die Finanzkrise auch durch schmerzhafte Sparprogramme zu überstehen. Für Mittwoch haben große Gewerkschaften in Griechenland allerdings zu einem Generalstreik gegen die Sparprogramme der Regierung aufgerufen.

Wird ein Hilfspaket geschnürt?

Wolfgang Schäuble (Foto: AP)

In seinem Haus werden Notfallpläne geschmiedet: Finanzminister Schäuble

Am Wochenende berichtete das deutsche Magazin "Der Spiegel" über Szenarien, die angeblich im Finanzministerium in Berlin durchgespielt werden. Danach würde die EU Griechenland 25 Milliarden Euro als Garantien und Kredite zur Verfügung stellen. Alle Euro-Staaten würden sich beteiligen. Deutschland müsste etwa fünf Milliarden Euro zahlen, gemäß seinem Anteil an den Einlagen der Europäischen Zentralbank.

Ein Sprecher des Finanzministeriums wies den Bericht zurück. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Montag (22.02.2010) in Brüssel, er könne Pläne, die nicht existierten und die der "Spiegel" zitiere, nicht kommentieren. Die EU-Kommission wies noch einmal darauf hin, dass Griechenland selbst noch keinen einzigen Eurocent an Hilfen gefordert oder beantragt habe.

Kettenreaktion befürchtet

Die Behörde für Finanzaufsicht (Bafin) soll nach Informationen des "Spiegels" davor warnen, dass die Finanzkrise auch deutsche Banken gefährdet. Hoch verschuldete Staaten wie Griechenland, Portugal, Italien, Irland und Spanien stehen bei deutschen Instituten mit über 500 Milliarden Euro in der Kreide. Könnten diese Staaten ihre Schulden nicht mehr bedienen, könnten die deutschen Banken auf ihren Forderungen sitzenbleiben.

Sollte es zu einem Dominio-Effekt in anderen Eurostaaten kommen, dann wäre die Gemeinschaftswährung in Gefahr, warnen Experten. Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger sagte, die Gefahr für den Euro sei ernst zu nehmen, sei aber beherrschbar.

Risikofreudige Anleger wetten gegen Griechenland

George Soros (Foto: AP)

Erfolgreich auch durch Hedgefonds: Investor George Soros

Der US-Großinvestor George Soros schrieb in einem Beitrag für die "Financial Times", für Griechenland würde die Nothilfe von 25 Milliarden Euro reichen, aber weitere Staaten könnten nur durch eine gemeinsame Staatsanleihe der Euro-Staaten gerettet werden. Diese Staatsanleihe würde es aber für relativ solide Länder wie Deutschland teurer machen, sich Geld zu beschaffen. Deshalb lehnt das Finanzministerium in Berlin gemeinsame Anleihen bis jetzt ab.

Unterdessen wetten Hedge-Fonds, wie sie auch George Soros betreibt, auf den Devisenmärkten gegen den Euro und gegen Griechenland. Einzelne Hedgefonds spekulieren mit einer Art Ausfallversicherung für den Fall, dass Griechenland tatsächlich pleite geht. Je mehr diese "Credit Default Swaps" verkauft werden, desto teurer wird es für den griechischen Staat, sich auf dem Kapitalmarkt Geld zu beschaffen.

Autor: Bernd Riegert
Redaktion: Gero Rueter

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