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Politik

Birmas Militär setzt Schusswaffen gegen Demonstranten ein

Erstmals seit Beginn der Massenproteste in Birma ist die Militärjunta mit Schusswaffen gegen Demonstranten vorgegangen, berichten Augenzeugen. In der Metropole Rangun sind hunderte Sicherheitskräfte in Stellung gegangen.

Verletzer Mönch nach Militäreinsatz (AP)

Verletzter Mönch nach Militäreinsatz

Die Sicherheitskräfte hätten am Mittwoch (26.09.2007) in der Nähe des Sule-Pagode im Zentrum Ranguns Schüsse über die Köpfe von Mönchen und anderen Bürgern abgefeuert, berichteten Augenzeugen. Die Menschen seien in Panik geflohen. Mönche seien zudem verprügelt und mit Tränengas attackiert worden. Bis zu 200 Menschen seien festgenommen worden.

Diplomat: "Blut geflossen"

Nach Angaben des französischen Diplomaten Emmanuel Mouriez hätten die Sicherheitskräfte zunächst Warnschüsse in die Luft abgegeben, dann aber auch auf Demonstranten geschossen. Er sagte dem französischen Radiosender RTL in Rangun, es sei unklar, ob es viele Tote und Verletzte gebe, aber "man kann sicher sein, dass Blut geflossen ist". Die Einsatzkräfte hätten zudem Menschen zusammengeschlagen und andere mit Militärlastwagen weggebracht.

Aufstand der Mönche in Birma (AP)

Mit Tränengas und Knüppeln gegen Demonstranten

Mit mindestens zwölf Lastwagen waren in der Nacht rund 480 Soldaten und Polizisten ins Zentrum Ranguns gebracht worden. Die Militärregierung hatte am Dienstag eine nächtliche Ausgangsperre in der Metropole und der zweitgrößten Stadt des Landes, Mandalay, verhängt.

Gespannte Situation

In der Nacht zum Mittwoch wurden nach Angaben der BBC zwei prominente Regierungskritiker festgenommen: ein 70-jähriger Veteran der Demokratiebewegung, U Win Naing, und der in Birma beliebte Schauspieler Zaganar. Ihnen wurde Unterstützung der Mönche zum Vorwurf gemacht.

1988 hatten die Militärmachthaber bereits eine Demokratiebewegung in Birma blutig niedergeschlagen. Dabei kamen rund 3000 Menschen ums Leben.

EU droht Machthabern

Die Europäische Union hat den Militärherrschern in Birma mit schärferen Sanktionen gedroht und diese vor Gewalt gegen friedliche Demonstranten gewarnt. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die die portugiesische EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel veröffentlichte.

Die EU hatte 1996 erstmals Sanktionen gegen die Regierung in Birma verhängt. Dazu gehören ein Waffenembargo sowie Einreiseverbote, Firmen mit Sitz in der EU dürfen keine Kredite an birmanische Unternehmen geben. (kas/vem)

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