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Top-Thema – Podcast

Biowaffe Dresdner Stollen

Traditionell gehört der Dresdner Stollen zur deutschen Weihnacht. Auch in anderen Ländern hat die Spezialität zahlreiche Freunde. Allerdings kann der Export schon mal sehr problematisch sein.

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Lecker und gefährlich, aber nur für die Figur

Die Tradition, in Dresden Weihnachtsstollen zu backen, entstand vor 550 Jahren. Der so genannte Christ-Stollen soll in seiner Form das in Windeln gewickelte Christkind versinnbildlichen. Um einen Stollen einen "echten Dresdner" nennen zu dürfen, muss er nicht nur im Marken geschützten Dresden und einigen umliegenden Ortschaften gebacken werden, sondern auch andere Kriterien erfüllen: Er muss zumindest teilweise handgefertigt sein, einen gewissen Anteil an Butter haben, entsprechend Rosinen und Zitronat, Orangeat und Mandeln. Ganz wichtig ist auch, dass er keine Margarine und keine künstlichen Aromen enthält. "Dann kriegt er seine Form, Puderzucker obendrauf und er muss eine gewisse Haltbarkeit garantieren", so Backhaus-Chefin Elisabeth Kreuzkamm-Aumüller.

Der Stollen des Backhauses Kreuzkamm ist nicht nur in Dresden stadtbekannt, er ist auch weltweit sehr beliebt. Das Backhaus hat bereits Kunden in 86 Ländern beliefert. Wenn man ins Gästebuch der Homepage "dresdnerstollen.de" schaut, wird schnell klar, wie viele Freunde das Weihnachtsgebäck weltweit gefunden hat. Stephen aus Großbritannien kann sich Weihnachten ohne Dresdner Stollen nicht mehr vorstellen, wie auch John aus den USA, der ihn durch seine Oma Mily aus Dresden für sich entdeckte. William Prochnow aus Brasilien fasst seine Begeisterung in einem Wort zusammen: "Excelente"!

Exporte in die USA erwiesen sich jedoch nach dem 11. September 2001 als problematisch: Die Zuckerbeutel wurden mit Antrax-Kuverts verwechselt. "Wir hatten massive Nachfragen, weshalb wir Beutelchen mit weißem Puder darin durch die Welt verschicken", erzählt Kreuzkamm-Aumüller. "Wir haben seitdem auf unseren Beuteln in Englisch stehen, dass es sich um Puderzucker handelt und man keine Vernichtungsregulierungen in Kraft setzten muss." Erschwerend kommt hinzu, dass der Import von Lebensmitteln seit den Terroranschlägen unter das Bio-Waffen-Gesetz der USA fällt.

GLOSSAR

zahlreiche - viele

Export, der - der Handel mit dem Ausland

Tradition, die - eine Verhaltensweisen und Handlungen, die es seit einer langen Zeit in einem Volk oder in einer Gruppe gibt; der Brauch

versinnbildlichen - als ein Symbol für etwas funktionieren; etwas darstellen

Kriterium, das (Plural: Kriterien, die) - das Merkmal

etwas erfüllen - hier: gerecht werden

handgefertigt - handgemacht; mit den Händen hergestellt

etwas garantieren - etwas versichern; für etwas gerade stehen

stadtbekannt - in der ganzen Stadt bekannt

Gästebuch, das - ein Buch in das Gäste Kommentare eintragen können

etwas in einem Wort zusammenfassen - etwas klar und deutlich sagen

Begeisterung, die - ein Gefühl großer Freude und Bewunderung

sich als etwas erweisen - sich als etwas herausstellen

Anthrax - Milzbranderreger

Kuvert, das - der Briefumschlag

Vernichtung, die - die Zerstörung

Regulierung, die - die Bestimmung

etwas in Kraft setzten - etwas auf den Weg bringen

erschwerend - hinderlich, belastend

Import, der - die Einfuhr von Waren

Fragen zum Text

Was soll der Christ-Stollen in seiner Form versinnbildlichen?

1. den Weihnachtsstern

2. die Krippe

3. das Christkind

Was sollte Christ-Stollen auf keinen Fall beinhalten?

1. Butter

2. Rosinen

3. Margarine

Was ist ein Gästebuch?

1. ein Weihnachtsgeschenk für die Gäste an Heilig Abend

2. ein Buch in das Gäste Kommentare eintragen können

3. ein Buch, das nur Gäste lesen dürfen

Arbeitsauftrag

Ein Christ-Stollen, der unter das Bio-Waffen-Gesetz fällt - Puderzucker, der für einen gefährlichen Krankheitserreger gehalten wird. Verwirrungen und Verwechselungen können für viel Aufregung sorgen. Über vieles kann man allerdings auch herzlich lachen und das ist gerade in der Weihnachtszeit besonders schön. Schreiben Sie eine lustige Geschichte, die Ihre Mitschüler und Ihren Lehrer zum Schmunzeln bringt.

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