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Amerika

Bin Laden als Wahlkampfhelfer

Für George W. Bush und John Kerry ist die jüngste Videobotschaft von Osama bin Laden ein hilfreicher Beitrag im US-Präsidentschaftswahlkampf. In der Schlussphase nutzten die Kontrahenten das Video für politische Zwecke.

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John Kerry im Wahlkampf-Endspurt: "Bush hat schändlich versagt"

Mit Auftritten in den besonders umkämpften Staaten warben Amtsinhaber George W. Bush und sein demokratischer Herausforderer John Kerry weiter unermüdlich um jede Stimme.

Insbesondere in den großen Staaten Florida und Ohio liegen Bush und Kerry eng beieinander. Der unabhängige Kandidat Ralph Nader könnte mit einem vorausgesagten Stimmenanteil von ein bis zwei Prozent Zünglein an der Waage spielen - wie schon vor vier Jahren.

Die beiden Kontrahenten bekräftigten bei ihren Wahlkampfauftritten ihre Entschlossenheit, den Terror wirksam zu bekämpfen. Kerry machte Bush allerdings dafür verantwortlich, dass der Chef des Terrornetzwerks Al Kaida bislang noch nicht gefasst sei.

"Wir lassen uns nicht einschüchtern"

In seiner wöchentlichen Radioansprache am Samstag (30.10.04) präsentierte sich der republikanische Amtsinhaber abermals als Führer, der die innere Sicherheit der USA gestärkt habe und am besten in der Lage sei, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen.

In einer Reaktion auf das Video Bin Ladens erklärte Bush bei einem Wahlkampfauftritt in Toledo im US-Staat Ohio: "Lassen Sie mich eines klarstellen: Die Amerikaner werden sich von einem Feind unseres Landes nicht einschüchtern oder beeinflussen lassen. Ich bin sicher, dass Senator Kerry hier mit mir übereinstimmt."

Feuerball aus dem World Trade Center

Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 in New York

Kerry erklärte bei seinem Auftritt in West Palm Beach in Florida, dass in diesem Punkt alle US-Bürger einer Meinung seien: "Es gibt nur ein Amerika, und wir sind alle darin vereint, diejenigen zu jagen, zu fangen oder zu töten, die jene Anschläge (vom 11. September 2001) verübt haben. Und wir haben immer gewusst, dass Osama bin Laden dahinter steckt."

"Besserer Krieg"

Gleichzeitig warf Kerry Bush aber auch vor, im Kampf gegen Al Kaida "schändlich" versagt zu haben. "Ich glaube, ich kann einen besseren Krieg gegen den Terrorismus führen als Bush", sagte der Herausforderer und versprach, die USA im Falle seines Wahlsiegs zu einem sichereren Ort zu machen.

Er beschuldigte Bush, dass er Bin Laden Ende 2001 in den Bergen von Tora Bora habe entkommen lassen, weil er afghanischen Soldaten die Führung überlassen habe. Bush hielt Kerry dagegen vor, wider besseres Wissen die Unwahrheit zu behaupten.

Osama bin Laden hatte sich in dem vom arabischen Sender Al-Dschasira ausgestrahlten Bildern direkt an die Amerikaner gewandt und Bush beschuldigt, das Volk zu hintergehen. Osama bin Laden, auf den die US-Regierung ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt hat, sieht in dem Video gesund und fit aus. Er ist lediglich etwas dünner als in früheren Aufnahmen.

Bush führt

Osama bin Laden in Al Dschasira

Extremistenführer Osama bin Laden

In den jüngsten landesweiten Umfragen lag Bush leicht in Führung: In einer Erhebung des Nachrichtenmagazins Newsweek kam er auf 50 Prozent, Kerry erreichte 44 Prozent. Einer Umfrage des Fernsehsenders ABC zufolge entfielen auf Bush 49 und auf Kerry 48 Prozent. Eine Umfrage des Senders Fox sah Bush am Wochenende bei 47 Prozent und Kerry bei 45 Prozent.

Der Stabschef des Weißen Hauses, Andrew Card, gab sich am Sonntag (31.10.04) im Nachrichtensender CNN siegessicher. "Ich sehe wirklich einen enormen Schub für den Präsidenten", sagte er in der Sendung Late Edition. Aber auch die Demokraten räumten ein, dass sie in ihren Umfragen einen Trend zu Amtsinhaber Bush registrierten.

Angesichts der neuen Botschaft Bin Ladens setzte Bush am Samstag (30.10.04) eine Videokonferenz mit seiner Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, den Direktoren von Geheimdienst CIA und Bundespolizei FBI sowie den Ressortleitern der Ministerien für Justiz und Heimatschutz an. Die Regierung rief die Behörden zu erhöhter Wachsamkeit vor der Wahl auf, die Terrorwarnstufe wurde jedoch nicht erhöht. (iu)

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