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Gesichter des Klimawandels

Bill McKibben, Autor und Gründer von "350.org", USA

"Was passieren wird, wenn wir das Drehbuch nicht ändern, ist kein Geheimnis: Wir werden verbrennen."

Um Bill McKibben zu interviewen, braucht es mehrere Anläufe und über 20 Mails. Kein Wunder, dass er beschäftigt ist: Er ist nicht nur Mitgründer und Leiter der weltweit aktiven Umweltgruppe #link:http://350.org/:350.org#, sondern auch Autor der wichtigsten Schriften der Klimabewegung. Und, ganz nebenbei, Träger des alternativen Nobelpreises, des "Right Livelihood Award".

Auf dem Klimagipfel hat er also viel zu tun. 350.org organisierte rund um den Globus den "Climate March" zu Beginn des Klimagipfels. 785.000 Menschen aus 175 Ländern nahmen an dem Klimaprotest zu Beginn des Klimagipfels teil. Trotzdem sieht er sich nicht als Führer der Klimabewegung. Einen Martin Luther King in dieser Bewegung gebe es nicht. Aber das sei nicht schlimm, meint McKibben: "Vielleicht wäre es toll, so einen Führer zu bekommen, aber ich glaube nicht, dass es passieren wird. Stattdessen haben wir eine Bewegung ohne Führer, ich sehe es als eine Bewegung des Widerstands gegen fossile Brennstoffe. Es ist wie die französische Revolution im Krieg: ausgebreitet, ausgedehnt und lokal. Das ist gut, denn die fossile Brennstoffindustrie ist auch an jedem Ort ausgebreitet, und man muss überall dagegen aufstehen können."

McKibben meint, als Einzelner käme man nicht gegen den Klimawandel an: "Das Wichtigste ist, dass jede einzelne Person etwas weniger als Individuum lebt, dass sie zusammenkommen und an diesen großen Bewegungen teilnehmen, die vielleicht in der Lage sind, das System und die Struktur, die das Problem verursachen, zu verändern."

Wie man den Kampf gewinnen kann? "Wir müssen eine andere Währung benutzen. Wenn wir Geld als Währung nehmen, werden wir ihnen niemals das Wasser reichen. Daher muss unsere Währung eine andere sein: Leidenschaft, Spirit, Kreativität, sogar unser Körper. Manchmal muss man dafür auch ins Gefängnis gehen."

Der Kampf für das Klima ist für McKibben auch ein Kampf gegen die Fossilindustrie: "Die größte Firma der Fossilindustrie, Exxon, wusste schon vor 30 Jahren alles über den Klimawandel. Der einzige Grund, warum wir hier sind, bei der 21. Klimakonferenz, ist, weil sie gelogen haben. Wenn sie die Wahrheit erzählt hätten, hätten wir bei der zweiten Klimakonferenz aufhören können und anfangen können, zu arbeiten."

Letztendlich liegt es also vor allem an der Fossilindustrie, dass Bill McKibben so wenig Zeit hat.

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