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Neuer Premier in Neuseeland

Bill English vor Wahl zum Regierungschef von Neuseeland

Ein Sieger-Image hat Bill English nicht, im Gegenteil: Vor Jahren musste er eine herbe Wahlniederlage einstecken. Doch angesichts seiner Verdienste als Finanzminister wird ihm in Wellington eine zweite Chance eingeräumt.

Neuseelands bisheriger Finanzminister Bill English dürfte neuer Regierungschef werden. Der 54-Jährige ist der einzige Kandidat für das Amt, das durch den Rücktritt von Premierminister John Key frei wird. In Neuseeland wählt die regierende Partei ihren Chef, der automatisch Ministerpräsident wird. Die interne Abstimmung in der konservative Nationalpartei am Montag in der Hauptstadt Wellington gilt als reine Formsache. Zwei weitere Ressortchefs - Gesundheitsminister Jonathan Coleman und Polizeiministerin Judith Collins - zogen ihre Kandidatur zurück, damit die Partei einig hinter einem Kandidaten stehen kann, wie sie betonten.

"Jeden Tag eine Lehrstunde von Key erhalten" 

Key hatte am Wochenende nach acht Amtsjahren und mitten in der Legislaturperiode überraschend seinen Rücktritt angekündigt, "um mehr Zeit für seine Familie" zu haben. English - Vater von sechs Kindern - war seit zehn Jahren Keys Stellvertreter.

English war 2002 schon einmal Vorsitzender der Nationalpartei, erlitt damals aber eine schwere Wahlniederlage gegen Neuseelands Labour-Partei. Er hatte daher zunächst gezögert, sich für das Amt des Premierministers zur Verfügung zu stellen. Nach seinem Fiasko vor 14 Jahren habe er "jeden Tag eine Lehrstunde von Key erhalten, wie man Politik macht", so English. Tatsächlich bescheinigen ihm politische Botschafter, ein guter Finanzminister gewesen zu sein, vermissen aber das für einen Regierungschef so hilfreiche Charisma.  

sti/mak (afp, ap, dpa)

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