Bill Clinton vermittelt erfolreich in Nordkorea | Fokus Amerika | DW | 05.08.2009
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Fokus Amerika

Bill Clinton vermittelt erfolreich in Nordkorea

In wessen Auftrag hat der ex-US-Präsident in Pjönjang verhandelt? Gab es von Seiten Washingtons politische Zugeständnisse an Nordkorea um die beiden inhaftierten US-Journalistinnen freizubekommen?

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Bill Clinton ist mit den befreiten US-Journalistinnen am Mittwoch in die USA zurückgeflogen

Nach fünfmonatiger Haft in einem nordkoreanischen Lager sind zwei US-Journalistinnen am Dienstag freigekommen, nachdem der frühere US-Präsident Bill Clinton persönlich in Pjöngjang Gespräche geführt hat. Die beiden 32 und 36 Jahre alten Frauen waren im März verhaftet worden. Sie sollen von China aus unerlaubt die Grenze nach Nordkorea überschritten haben.

Bill Clinton hatte zwar betont, er sei in privater Mission unterwegs, doch klar war auch, dass der Ehemann der amtierenden US-Außenministerin die Reise ohne das Plazet der US-Regierung und ohne Erfolgsgarantie nicht unternommen hätte. Am Mittwoch sind Clinton und die beiden begnadigten Journalistinnen in die USA zurückgeflogen. Jetzt stellt sich die Frage, welche Zugeständnisse Clinton für die nordkoreanische Regierung im Gepäck hatte.

US-Engagement in Kolumbien spaltet Lateinamerika

Während Bill Clinton in den USA als Held des Tages gefeiert wird, rufen die Ambitionen Washingtons, in Kolumbien neue Militärstützpunkte zu erreichten in Lateinamerika Kritik und Sorge hervor. Noch in diesem Monat sollen entsprechende Verträge über die Nutzung von sieben militärischen Basen unterschrieben werden, die USA wollen dann 800 Soldaten in Kolumbien stationieren - offiziell geht es dabei um den Kampf gegen den Drogenhandel.

In den Nachbarstaaten, vor allem Brasilien und Venezuela, ist Kritik an der Zusammenarbeit laut geworden - die Präsenz der US-Militärs im Herzen Lateinamerikas stelle eine Bedrohung für die Souveränität der Länder dar.

Protest gegen den geplanten Militärstützpunkten für die USA in kolumbien

Chávez-Anhänger protestieren in Venezuela gegen die geplanten US-Militärbasen in Kolumbien

Aus venezolanischer Perspektive, so Daniel Flemes vom Giga-Institut für Lateinamerika-Studien in Hamburg, "ist diese Wahrnehmung nachvollziehbar." Hugo Chávez beschuldigt die USA, hinter dem Putsch gegen ihn im April 2004 gestanden zu haben. Nach drei Tage war der venezolanische Präsident damals wieder ins Amt zurückgekehrt. Kolumbien habe sich seit Jahren schon aus dem südamerikanischen Integrationsprozess zurückgezogen, so Flemes. Die jetzt angestrebte engere militärische Zusammenarbeit mit den USA sei auch im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Freihandelsabkommen zu sehen. Das Interview mit Daniel Flemes hören Sie in Fokus Amerika.

Redaktion: Mirjam Gehrke

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