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Aktuell Deutschland

Bildungsministerin Schavan tritt zurück

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat nach der Aberkennung ihres Doktortitels ihren Rücktritt erklärt. Nachfolgerin wird die scheidende niedersächsische Bildungsministerin Wanka.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (rechts im Artikelbild) sagte in Berlin, Schavan habe ihr am Freitagabend ihren Rücktritt vom Amt angeboten. Merkel fügte hinzu, sie habe den Rücktritt der 57-Jährigen "sehr schweren Herzens" angenommen. Merkel würdigte Schavan als "eine der anerkanntesten und profiliertesten" Bildungspolitikerinnnen des Landes.

#video#Die scheidende niedersächische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka werde neue Bundesbildungsministerin, teilte die Kanzlerin mit. Die promovierte Mathematikerin und langjährige Wissenschaftsministerin in Brandenburg und Niedersachsen, bringe "beste Voraussetzungen" mit, fügte die Kanzlerin hinzu. Wanka soll die Ernennungsurkunde am kommenden Donnerstag von Bundespräsident Joachim Gauck in Empfang nehmen.

Nach ihrer Unterredung mit Merkel im Kanzleramt sagte Schavan, sie habe weder abgeschrieben noch getäuscht. "Die Vorwürfe treffen mich tief." Sie wolle mit ihrem Rücktritt Belastungen für das Amt und die Bundesregierung vermeiden. "Das Amt darf nicht beschädigt werden." Nun wolle sie sich auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren.

#video#Schavan gilt als enge Vertraute Merkels und war seit 2005 Bundesbildungsministerin. Der Fakultätsrat der Uni Düsseldorf hatte ihr den Titel nach neun Monaten Prüfung mit der Begründung entzogen, sie habe in ihrer 1980 verfassten Doktorarbeit vorsätzlich zahlreiche Zitate nicht kenntlich gemacht und verwendete Bücher nicht angegeben. Die 57-jährige CDU-Politikerin hielt sich zum Zeitpunkt der Entscheidung zu einem offziellen Besuch in Südafrika auf und war erst am Freitagabend zurückgekehrt.

Die CDU-Politikerin will die Aberkennung ihres Doktortitels juristisch anfechten. Sie räumt zwar Flüchtigkeitsfehler bei ihrer Dissertation mit dem Titel "Person und Gewissen" ein, den Vorwurf der absichtlichen Täuschung weist sie jedoch zurück.

GD/wl (rtr, dpa)