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Kunst

Bildhauer Fritz Koenig mit 92 Jahren gestorben

Er war einer der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands. Seine Skulptur zwischen den Wolkenkratzern des World Trade Centers in New York trotzte gar dem Terroranschlag. Nun ist Koenig im Alter von 92 Jahren gestorben.

Der 1924 in Würzburg geborene Bildhauer lebte seit 1961 in Ganslberg bei Landshut, wo er nach Information des Landshuter Skulpturenmuseums am Mittwochabend (22.02.2017) verstarb. Den Bestand des Museums stifteten Koenig und seine Frau Maria 1993. Dazu gehören neben eigenen Werken auch Exponate aus seiner privaten Sammlung afrikanischer Kunst.

Nach seinem Abitur 1942 studierte Fritz Koenig an der Akademie der Bildenden Künste in München und wurde 1964 auf den Lehrstuhl für Plastisches Gestalten an der Technischen Universität (TU) München berufen. 1971 wurde sein Werk "Kugelkaryatide N.Y.", auch "Spheres" genannt, zwischen den Zwillingstürmen des World Trade Center in New York aufgestellt. Wie durch ein Wunder überstand die acht Meter hohe kugelförmige Plastik den Anschlag 40 Jahre später, am 11. September 2001. Als Terrormahnmal steht sie jetzt leicht beschädigt nur wenige Meter von ihrem ursprünglichen Standort entfernt.

USA Fritz Koenig The Sphere (picture alliance/Everett Collection)

"Spheres" inmitten von Trümmern nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center

"Es war eine Skulptur, nun ist es ein Denkmal", sagte Koenig damals. "Jetzt hat sie eine andere Schönheit, eine, die ich mir nie vorstellen konnte. Sie hat nun ihr eigenes Leben - ein anderes als das, das ich ihr gegeben habe."

Zum umfänglichen Werk Fritz Koenigs gehören auch Mahnmale für die Opfer des Terroranschlags bei den Olympischen Spielen in München 1972 und am ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. Ebenfalls vor der deutschen Botschaft in Madrid oder im Park von Schloss Bellevue in Berlin sind seine Werke zu sehen.

USA Fritz Koenig The Sphere (picture alliance/dpa/S. Rebored)

Nach dem Terroranschlag stand "Spheres" eine Zeitlang im New Yorker Battery Park, ist aber inzwischen an ihren Ursprüngsort zurückgekehrt

Nach dem Tod seiner Frau 2010 lebte der Künstler zurückgezogen auf seinem Anwesen. "Es war ihm ein Anliegen, an dem Ort zu sterben, an dem alle seine großen Werke entstanden sind", sagte Stefanje Weinmayr, Leiterin des Landshuter Skulpturenmuseums, am Donnerstag.

rf/bb (dpa, MDR)

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