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Kultur

Bildhauer Alfred Hrdlicka gestorben

Der österreichische Bildhauer, Maler und Grafiker Alfred Hrdlicka ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren in Wien. Bundespräsident Heinz Fischer würdigte ihn als große Künstlerpersönlichkeit.

Alfred Hrdlicka (Foto: AP)

Alfred Hrdlicka (27.02.1928 - 05.12.2009)

Einer der bedeutendsten österreichischen Bildhauer der Gegenwart ist tot: Alfred Hrdlicka, der mit seinen Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken bekannt wurde, ist am Samstag (05.12.2009) im Alter von 81 Jahren in Wien gestorben.

Streitbarer Künstler

Hrdlicka hat sich immer wieder in öffentliche Debatten eingemischt und mit seinen Skulpturen für politischen Streit gesorgt. Schlagzeilen machten zum Beispiel das "Renner-Denkmal" an der Wiener Ringstraße (1967) und das Denkmal gegen Krieg und Faschismus am Wiener Albertinaplatz (1988/91).

Viele Arbeiten von Hrdlicka setzten sich mit Krieg und Faschismus auseinander. Von Hrdlicka stammt auch das Monument für Friedrich Engels, den Ko-Autoren des "Kommunistischen Manifests", in Wuppertal und das Gegendenkmal zu einem Kriegerdenkmal in Hamburg. Wegen seiner Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei Österreichs von 1947 bis 1956 wurde der linksgerichtete Künstler von politischen Gegnern des "Stalinismus" bezichtigt.

"Titan der internationalen Kunst"

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer würdigte Hrdlicka als große Künstlerpersönlichkeit und herausragenden Bildhauer. Hrdlicka habe "sich Zeit seines Lebens gegen Faschismus und Antisemitismus engagiert", sagte Fischer nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Bildungs- und Kunstministerin Claudia Schmied nannte Hrdlicka laut APA einen "Titan der internationalen Kunst". "Sein Werk war immer mehr als Erinnerung und Mahnung gegenüber historischem Unrecht", sagte Schmied. Hrdlicka habe seine Kunst auch als politischen Auftrag verstanden. "Sein Lebenswerk war ein Auftrag zur Verbesserung dieser Welt. Seine Kunst wird uns immer an diese Notwendigkeit erinnern." Österreich verliere einen seiner wichtigsten Künstler.

Autor: Dirk Eckert (afp, ap)

Redaktion: Siegfried Scheithauer