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Filme

Bildgewaltig & blutrünstig: Macbeth

Rechtzeitig zum 400. Todestag von William Shakespeare kommt die allerneueste Macbeth-Verfilmung auf die heimischen Bildschirme. Die prominent besetzte Literaturverfilmung überzeugt mit grandiosen Bildern.

Nun gut, man könnte fragen: Brauchen wir heute überhaupt noch eine Macbeth-Verfilmung? Wir haben doch "House of Cards". Denn was ist die Serie um Claire und Francis Underwood denn anderes als eine moderne Variante des alten Shakespeare-Stücks? Geht es den Underwoods denn nicht ebenso um Erfolg, Aufstieg und Macht um jeden Preis - so wie dem Ehepaar Macbeth?

Und gehen die beiden denn nicht ebenso im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, um an eben diesen Erfolg zu gelangen? In der Tat: die Parallelen zwischen dem englischen Bühnenklassiker und der US-amerikanischen Serie sind verblüffend. Wer möchte, der kann sich alle Ähnlichkeiten bei Handlungssträngen, Dialogen und Figurenzeichnung im Internet detailliert anschauen.

Filmstill aus der Macbeth-Verfilmung von Justin Kurzel mit Michael Fassbender, Marion Cotillard und anderen, (Foto: Studiocanal)

Um ihn wird es einsam: Michael Fassbender als Macbeth

Doch die Macbeth-Adaption von Regisseur Justin Kurzel, im vergangenen Jahr bei den Festspielen in Cannes erstmals gezeigt und jetzt zu Shakespeares Todestag auf DVD und Blu-ray erschienen, verfügt schon über ein paar Dinge, die "House of Cards" nicht hat. Da wären die Schauplätze: die Bilder, die Kurzel, sein Kameramann Adam Arkapaw und das Filmteam auf die Leinwand gezaubert haben, sind von überwältigender Schönheit und Dramatik. Die Szenerie, die die Macher der neusten Macbeth-Adaption geschaffen haben, Musik und Schnitt, Geräusche und Montage, sind als Gesamtpaket atemberaubend.

Ein mörderisches Traumpaar im Kino

Marion Cotillard und Michael Fassbender als machthungriges wie skrupelloses, aber auch tief verstörtes und dem Wahnsinn nahes Ehepaar sind faszinierend. Hinzu kommt die Sprache: Kurzel und seine Drehbuchautoren bedienen sich des Shakespeare-Englisch: "Ohne die Regeln von Lyrik und Sprache wäre das ein völlig anderer Film geworden", sagt Produzent Iain Canning. Und die Sprache - lässt man sich als Zuschauer erst einmal darauf ein - ist immer noch ein Genuss.

Filmstill aus der Macbeth-Verfilmung von Justin Kurzel mit Michael Fassbender, Marion Cotillard und anderen, (Foto: Studiocanal)

Sie verfällt dem Wahnsinn: Marion Cotillard als Lady Macbeth

Nebenbei bemerkt: All die Kritiker des modernen Sprechtheaters, die bemängeln, dass die Regie-Berserker an Deutschlands Bühnen die Klassiker zertrümmern und neu zusammensetzen und dabei die Essenz der alten Stücke missachten, die sollten sich die Filmversion von "Macbeth" anschauen. Dort kommen sie wahrscheinlich eher auf ihre Kosten. Denn die neuste Auflage des wohl gewaltsamsten Bühnenstücks des Engländers ist eine klassische Version von "Macbeth". Das ist ja schon viel wert. Also: Zu William Shakespeares 400. Todestag wieder mal "Macbeth" gucken! "House of Cards" kann man sich ja trotzdem weiter anschauen.

Justin Kurzel: Macbeth, mit Marion Cotillard, Michael Fassbender, Paddy Considine, David Thewlis, Sean Harris, Jack Reynor u.v.a., GB/USA/FRankreich 2015, 113 Minuten, als DVD und Blu-ray bei Studiocanal erscheinen.

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