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Bildung

Bilder einer Stadt

Von Richard Wagner bis Otto Dix – nicht jede Stadt präsentiert so ein umfangreiches Kulturangebot wie Chemnitz. Die längsten Schatten aber werfen hier immer noch die Schornsteine.

Jugendliche auf dem Theaterplatz in Chemnitz (Foto: picture-alliance / HB-Verlag / Joh)

Der Osten leuchtet ...

Der Blick über die Dächer verrät die kulturelle Grundstimmung: Es sind nicht Kirchen oder Schlösser, an denen sich der Blick verfängt, sondern Schornsteine und Industriebauten. Diese "Kathedralen der Industrie" prägten und prägen das Bild von Chemnitz. Zusammen mit den Gründerzeitgebäuden und Jugendstilvillen symbolisieren sie in der Stadt eine ganze Epoche - die Klassische Moderne -, die hier kurzerhand in die Zukunft verlängert wurde. "Stadt der Moderne" nennt sich Chemnitz heute und meint damit ein einfaches Prinzip: permanente Weiterentwicklung.

Industrielle Spuren

Wie es anfing mit der Moderne, sieht man im "Sächsischen Industriemuseum". Ein Ort, an dem sich die Stadt gewissermaßen ihrer selbst versichert und einen Blick zurück wirft. In der ständigen Ausstellung gibt es die Entwicklungsstufen der Industrialisierung zu bestaunen - von der Dampfmaschine zum Automobil, von der "Spinning-Jenny" bis hin zum modernen Nähautomat.

Stadt der Bilder

Museum Gunzenhauser in Chemnitz (Foto: dpa)

Moderne Kunst im Museum Gunzenhauser

Es geht aber auch artifizieller, mit "richtiger" Kunst. Etwa in den Kunstsammlungen der Stadt. Dort hängen Gemälde von Caspar David Friedrich bis Max Liebermann; selbst ein Zeitgenosse wie Bob Dylan hat hier - und nicht in London oder New York - seine erste Bilderschau überhaupt gezeigt. In jüngster Zeit kam die "Gunzenhauser Sammlung" hinzu, eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Deutschlands, die in einem eigenen Museum ausgestellt wird. Darin nicht weniger als 290 Arbeiten von Otto Dix - nirgends auf der Welt sonst gibt es mehr Bilder des Künstlers an einem Ort.

Sächsisches Bayreuth

Auch Musikbegeisterte kommen in der westsächsischen Metropole auf ihre Kosten: Neben den Galerien hat sich die Stadt vor allem mit der Oper einen Namen gemacht. Wagner-Fans beginnen zu schwelgen, wenn sie der hiesigen Inszenierungen des "Rings" oder des "Fliegenden Holländers" gedenken. Chemnitz gilt in Kennerkreisen als sächsisches Bayreuth – und auch optisch kann es das Haus am Theaterplatz mit der Konkurrenz aufnehmen.

Wem all das zu steif ist: Clubs, Diskotheken, Kneipen und Kinos gibt es ausreichend. Zum Beispiel das Clubkino "Siegmar", das anspruchsvolle Filme in ausgesuchtem Ambiente bietet. Oder der "Atomino-Club", der von der Indie-Disco bis zur Rateshow die ganze Bandbreite urbaner Abendunterhaltung im Repertoire hat. James Bond, der in "Octopussy" einmal einen Kurzauftritt im ehemaligen Karl-Marx-Stadt - also im heutigen Chemnitz - hatte, hätte hier wohl seinen Martini bestellt.


Autor: Sven Näbrich
Redaktion: Stephanie A. Hiller

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