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Wirtschaft

Bieterstreit um insolvente Q-Cells

Erst die Pleite - und nun gleich zwei Interesenten für den einst führenden deutschen Solarkonzern Q-Cells. Gelingt die Rettung, könnte das aus Sicht der Branche ein Befreiungsschlag für die deutsche Solarindustrie sein.

ARCHIV - Hinter einer Umspannstation steht das Hauptgebäude des Solarzellenherstellers Q-Cells in Bitterfeld-Wolfen (Archivfoto vom 12.08.2011). Das ums Überleben kämpfende Solarunternehmen Q-Cells ist im vergangenen Jahr wieder tief in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich stand ein Verlust von 846 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag (06.03.2012) auf Basis vorläufiger Zahlen in Bitterfeld-Wolfen mitteilte. Foto: Jan Woitas dpa/lah (zu lah 0013 vom 06.03.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Deutschland Q-Cells

Der Bieterstreit um die insolvente Solarfirma Q-Cells zwischen der südkoreanischen Hanwha und der spanischen Isofoton macht der gebeutelten deutschen Solarwirtschaft Hoffnung auf eine Wende zum Besseren. "Das ist ein Silberstreif am Horizont", sagte der Geschäftsführer der Branchenvereinigung Solar Valley Mitteldeutschland, Peter Frey, am Dienstag (28.08.2012) in Erfurt der Nachrichtenagentur dapd.

Das Interesse internationaler Investoren an Q-Cells sei nach den Katastrophenmeldungen der jüngeren Vergangenheit ein gutes Signal. "Das ist eine positive Wende in dieser weltweit schwierigen Branchensituation", erklärte Frey. Wichtig sei aber, Produktion, Forschung und auch die Zulieferung an Technologie, den Maschinenbau, am Standort zu halten.

Die Gläubiger von Q-Cells, einem einstigen Vorzeigeunternehmen der deutschen Solarwirtschaft aus Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt, wollen nach Firmenangaben am Mittwoch entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Die Region ist eine Hochburg der deutschen Solarbranche.

Vertrag mit Hanwha schon unterschrieben

Mit Hanhwa, einer der größten Firmengruppen Südkoreas, hatte Insolvenzverwalter Henning Schorisch bereits am Wochenende einen Kaufvertrag unterzeichnet, dem die Gläubigerversammlung allerdings noch zustimmen müsste. Hanwha will demnach unter anderem rund drei Viertel der noch gut 1.500 Arbeitsplätze bei Q-Cells erhalten.

Am Montag hatte überraschend auch Isofoton Interesse an Q-Cells angemeldet und ein Angebot angekündigt. Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung wollte das aber nicht bestätigen. Der Bieterprozess sei geheim, sagte er. Die Fachzeitschrift "Photovoltaic Magazine" berichtete aber unter Berufung auf eine Isofoton-Sprecherin, das Unternehmen wolle 300 Millionen Euro in Q-Cells investieren.

Q-Cells hatte im April Insolvenz angemeldet und damit die lange Liste von Firmenpleiten in der Solarbranche hierzulande erweitert. Zuvor waren schon  Firmen wie Solar Millennium, Solon oder Sovello in die Pleite gerutscht. Die Unternehmen machen Überkapazitäten und Preisverfall durch Billigkonkurrenz aus China sowie Förderkürzungen für die Krise der Branche verantwortlich.

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