Bierhoff: Özil wird weiter schweigen | FIFA WM 2018 in Russland | DW | 12.06.2018
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Erdogan-Affäre

Bierhoff: Özil wird weiter schweigen

Laut Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wird sich Mesut Özil wohl auch während der WM nicht zu der Erdogan-Affäre äußern. Bierhoff bezeichnet die Intention Özils und Ilkay Gündogans als "naiv und gedankenlos".

Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, rechnet damit, dass Nationalspieler Mesut Özil sein Schweigen nach der Affäre um ein Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auch während der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) nicht brechen wird. "Das ist seine Aussage. Ich gehe davon aus, dass er das durchzieht", sagte Bierhoff der "Bild"-Zeitung. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verlange immer "mündige Spieler. Mündig heißt ja, dass man selbst entscheidet und verantwortet, wie man reagiert. Und das tut Mesut", sagte Bierhoff: "Ob es in diesem Fall richtig und gut für ihn ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Konsequenzen haben wir ihm aufgezeigt und kennt er aus Erfahrung."

Kritik an DFL-Chef Rauball

Fußball Länderspiel Deutschland - Brasilien (picture-alliance/GES/T. Eisenhuth)

Bierhoff (r.) und Bundestrainer Joachim Löw

Grundsätzlich nahm Bierhoff Özil und Ilkay Gündogan, der ebenfalls beim Termin mit Erdogan in London dabei war, erneut in Schutz. "Sie haben einen Fehler gemacht. Aber für uns zählt vor allem die Intention. Sie war nicht bösartig, nicht politisch getrieben, sondern naiv, gedankenlos", sagte Bierhoff. Für die Kritik von DFL-Präsident Reinhard Rauball am Vorgehen des DFB hat Bierhoff kein Verständnis. "Die öffentlichen Äußerungen von einem Mitglied unserer Delegation haben mich etwas irritiert. Man ist nicht frei von Fehlern", sagte der 50-Jährige. "Als Verantwortlicher einer Mannschaft muss man alle Konstellationen und mehrere Faktoren bedenken, die zu einer Entscheidung führen. Das kann man von außen schwer beurteilen." Rauball hatte den DFB-Oberen vorgeworfen, das "Thema unterschätzt" zu haben.

Abflug nach Moskau

Bierhoff hofft nach den Pfiffen gegen Gündogan bei der WM-Generalprobe am Freitag gegen Saudi-Arabien jetzt in Russland auf die "positive Unterstützung unserer Fans". Als Ausrede für schwache Leistungen dürfe das Thema nicht herhalten. "Ich mache mir weniger Sorgen generell um die Mannschaft, sondern eher um die beiden Spieler. Es beschäftigt Mesut und Ilkay schon sehr", sagte Bierhoff. Er geht aber ebenso wenig von einem Rücktritt des Duos aus wie davon, dass Bundestrainer Joachim Löw auf beide verzichtet. Die Nationalmannschaft flog heute von Frankfurt nach Moskau.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag in einem ARD-Interview Özil und Gündogan in Schutz genommen: "Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto mit dem Präsidenten Erdogan auslöst."

sn/ck (sid)

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