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Top-Thema – Podcast

Bienen liefern mehr als Honig

In Europa gibt es zu wenige Bienen, warnen Wissenschaftler. Durch mehr Bienen könnte man die Ernte verbessern, zum Beispiel bei der Produktion von Biokraftstoffen. Und das ohne zusätzliche Pestizide oder Dünger.‎

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Bienen liefern mehr als Honig – das Top-Thema als MP3

Die Bienenbestände in Europa sind in Gefahr. Vor allem dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird und Pflanzenschutzmittel verwendet werden, sterben viele Bienen, besonders wildlebende. Die Imker können ihre Bestände kontrollieren, aber auch sie haben jedes Jahr große Verluste. Durch Pestizide und Parasiten sterben im Winter viele Bienenvölker und müssen im Frühling ersetzt werden – in manchen Jahren bis zu 30 Prozent.

Die Bienen produzieren einerseits Honig. Andererseits sorgen sie durch die Bestäubung der Pflanzen für eine gute Ernte in der Landwirtschaft. Allein durch mehr Bienen, ist der Biologe Peter Rosenkranz sicher, könnten die Erträge der Landwirtschaft zum Beispiel bei der Produktion von Biokraftstoff gesteigert werden. Dazu müsste man keine zusätzlichen Pflanzenschutzmittel einsetzen, die der Umwelt schaden.

Bestäubung als Dienstleistung ist ein Trend, der in Europa gerade erst beginnt. Der Landwirt bestellt beim Imker so viele Bienenvölker, wie er für sein Feld braucht, und bezahlt dafür. In den USA oder China ist das schon weit verbreitet. Die Erträge auf Rapsfeldern könnten so um 30 bis 40 Prozent erhöht werden, meint der Wissenschaftler von der Universität Hohenheim.

Damit sowohl Imker als auch Landwirte profitieren, ist die Wahl der richtigen Pflanze wichtig. Einige, die sich zur Produktion von Biokraftstoffen eignen wie zum Beispiel Mais, bringen keinen guten Honig. Theoretisch könnte man auch aus einer bunten Blumenwiese Kraftstoff herstellen. Das wäre besser für die Bienen und die Honigproduktion. Die landwirtschaftlichen Erträge wären aber deutlich geringer als beim Anbau von Mais oder Raps in Monokultur.


Glossar

liefern – hier: für etwas sorgen; etwas produzieren

Biokraftstoff, -e (m.) – ein Stoff wie z. B. Benzin, der aus Pflanzen hergestellt wird und verbrannt wird, um Energie z. B. für einen Motor zu erzeugen

Pestizid, -e (n.) – ein Inhaltsstoff von Pflanzenschutzmitteln, um schädliche Tiere zu töten

Dünger (m., nur Singular) – ein Mittel, das das Wachstum von Pflanzen verbessert

Bestand, Bestände (m.) – hier: die Anzahl von etwas

etwas betreiben – hier: einen Betrieb führen

Imker, -/Imkerin, -nen – eine Person, die Bienen besitzt und mit Honig Geld verdient

Verlust, -e (m.) – hier: die Tatsache, dass man viel von etwas verliert

Parasit, -en (m.) – ein Lebewesen, das auf anderen Lebewesen lebt und sie schädigt

etwas ersetzen – etwas erneuern

Bestäubung, -en (f.) – die Verbreitung von Blütenstaub durch Bienen auf weibliche Blüten (Verb: etwas bestäuben)

Ertrag, Erträge (m.) – das, was in der Landwirtschaft produziert wird

etwas steigern – etwas verbessern; etwas vergrößern

etwas ein|setzen – hier: etwas benutzen

Dienstleistung, -en (f.) – etwas, das man gegen Bezahlung für jemand anderen tut

Trend, -s (m.) – umgangssprachlich für: eine Entwicklung; eine Mode

Landwirt, -e/Landwirtin, nen – der Bauer/Bäuerin

Raps (m., nur Singular) – eine Nutzpflanze, die z. B. auch zur Produktion von → Biokraftstoff verwendet wird

profitieren – Gewinn machen; einen Vorteil haben

etwas an|bauen – eine bestimmte Pflanze auf einer Fläche wachsen lassen, um einen Nutzen davon zu haben

Monokultur, -en (f.) – der → Anbau von nur einer Pflanzenart


Fragen zum Text

1. In Europa …
a) gibt es in den letzten Jahren immer weniger Wildbienen.
b) haben viele Imker durch Pestizide weniger Probleme mit ihren Bienenvölkern.
c) wird immer seltener Dünger in der Landwirtschaft verwendet.

2. Bienen …
a) sorgen dafür, dass die Bauern auf ihren Feldern eine gute Honigernte haben.
b) bestäuben im Frühling Pflanzen, und sind für gute Ernten in manchen Bereichen der Landwirtschaft verantwortlich.
c) helfen gemeinsam mit Pflanzenschutzmitteln die Erträge der Imker zu steigern.

3. Die Landwirte …
a) in Europa wollen keine Bestäubung durch Bienenvölker von Imkern bezahlen.
b) bauen Mais oder Raps für die Produktion von Biokraftstoff an.
c) könnten genauso gut Blumenwiesen auf ihren Feldern wachsen lassen.

4. Wie heißt die richtige Konjunktivform in diesem Satzteil? „Wenn die Landwirte ihre Felder durch Bienenvölker … „
a) bestäuben würden lassen, …
b) würden lassen bestäuben, …
c) bestäuben lassen würden, …

5. Welches Modalverb im Konjunktiv passt im zweiten Satzteil? „dann … sie die Erträge noch steigern.“
a) müssten
b) sollten
c) könnten


Arbeitsauftrag
Weil die Bienenbestände in Gefahr sind, haben die Regierungen mehrerer Länder Gesetze geändert. Dadurch wurden einige Pestizide in der Landwirtschaft verboten, auch wenn nicht ganz sicher ist, ob sie für das Sterben der Bienen verantwortlich sind. Schaut euch im Kurs das Video „Kampf dem Bienentod“ an. Was meinen der Imker Albrecht Pausch und der Landwirt Max Weichenrieder zu den Bestimmungen?


Autoren: Judith Hartl/Bettina Schwieger
Redaktion: Ingo Pickel

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