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Fußball

Bielefeld sucht nächstes Pokal-Opfer

Drittligist Arminia Bielefeld ist nur noch einen Schritt vom Traumziel entfernt, dem Finale in Berlin. Zuvor wartet im Halbfinale des DFB-Pokals aber noch der VfL Wolfsburg. Für die Underdogs kein Grund zum Fürchten.

DFB-Pokal-Geschichte haben die Kicker von Arminia Bielefeld schon jetzt geschrieben, doch die ganz große Vision soll nun auch noch Wirklichkeit werden. "Wenn man im Halbfinale steht, darf man auch vom Finale träumen", sagte Sportchef Samir Arabi vor dem Vorschlussrundenduell gegen den Bundesliga-Tabellenzweiten VfL Wolfsburg an diesem Mittwoch (20.30 Uhr MESZ im DW-Liveticker).

Die "Wölfe" sollen das vierte Erstliga-Opfer der wie entfesselt aufspielenden Arminia im diesjährigen DFB-Pokal werden. Zuvor schaltete der Tabellenführer der 3. Liga bereits Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach aus. In Bielefeld grassiert das Pokalfieber, nur Trainer Norbert Meier will angeblich von der ganzen Pokaleuphorie rund um die Alm nichts wissen. "Ich wohne auf dem Land, freue mich, wenn ich die Kühe sehe und die mich wecken. Das ist meine Art, damit umzugehen", sagte der Ex-Nationalspieler und Vater des Bielefelder Pokal-Wunders nach dem 4:0-Triumph am vergangenen Samstag in der 3. Liga bei Rot-Weiß Erfurt, nach dem der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga immer wahrscheinlicher wird.

Nur noch ein Schritt zum Finale

Meiers Mannschaft fühlt sich äußerst wohl in der Rolle des krassen Außenseiters gegen den designierten Champions-League-Starter. "Die Wolfsburger müssen gegen uns ihre Leistung bringen. Wir laufen wieder um unser Leben und schauen, was dabei rauskommt", sagte Arminia-Torwart Alexander Schwolow, der im Viertelfinal-Thriller gegen Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen der Held war. Arminen-Torjäger Fabian Klos ergänzte: "Wenn man einen Schritt vom Finale entfernt ist, tut man auch alles, um da hinzukommen."

Bielefelds Trainer Norbert Meier (Foto: Revierfoto)

Trainer Norbert Meier hat in Bielefeld ein Team geformt, dass es bis ins Endspiel schaffen könnte

Bielefeld ist der siebte Drittligist, der sich für ein Pokal-Halbfinale qualifiziert hat. Drei schafften dann sogar den großen Coup und erreichte das Endspiel im Berliner Olympiastadion: die Amateure von Hertha BSC im Jahr 1993, Energie Cottbus 1997 und Union Berlin 2001. Den Pott holen konnte allerdings noch kein Drittligist. Die Arminia steht nach 2005 und 2006 zum dritten Mal in ihrer Historie im Pokal-Halbfinale, damals allerdings als Erstligist.

Schwarze Halbfinalserie in Wolfsburg

Ebenfalls schon mehrfach im Pokal-Halbfinale stand Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking. Zweimal scheiterte er in den vergangenen beiden Jahren mit den "Wölfen" kurz vor dem Einzug ins Endspiel - 2013 am FC Bayern München (1:6), ein Jahr später an Borussia Dortmund (0:2). Außerdem schaffte er es mit dem damaligen Zweitligisten VfB Lübeck im Jahr 2004 ins Halbfinale, das allerdings mit 2:3 nach Verlängerung gegen den späteren Pokalsieger Werder Bremen verloren wurde. Bei Pokalschreck Arminia Bielefeld will der Wolfsburger Trainer diese Serie endlich durchbrechen und sich und sein Team für eine starke Saison belohnen. "Ich bin zum dritten Mal mit dem VfL im Halbfinale. Der Wunsch ist groß, nach Berlin zu kommen", sagte Hecking.

Spielszene Kevin de Bruyne (Foto: AFP)

Wolfsburgs Spielmacher Kevin de Bruyne (r.) ist wieder fit und soll die "Wölfe" zum Sieg führen

Zuletzt lief es aber nicht mehr so rund für den VfL. Aus im Viertelfinale der Europa League, in der Liga schmilzt der Vorsprung auf die Verfolger - der Pokal bietet den Wolfsburgern die letzte Chance auf einen Titel. Und die will sich der Klub auf keinen Fall nehmen lassen. Die Chancen stehen eindeutig besser als in den Vorjahren: Gegen Bielefeld geht das Hecking-Team als klarer Favorit ins Spiel. Auch wenn die Arminia bisher bereits drei Bundesligisten auf der heimischen Alm aus dem Wettbewerb befördert hat. "Das zeigt auch, wie professionell dort gearbeitet wird. Die Unterschiede sind nicht mehr so groß. Bielefeld ist für mich mindestens eine Zweitliga-Mannschaft", sagte Manager Klaus Allofs. Und Außenverteidiger Ricardo Rodriguez ergänzte: "Sie haben drei Bundesligisten rausgeworfen. Wir müssen Vollgas spielen."

An Motivation mangelt es ohnehin nicht: "Die Mannschaft ist richtig heiß auf dieses Spiel und heiß auf Berlin", sagte der ehemalige Nationalspieler Marcel Schäfer: "Bei allem Respekt vor Arminia Bielefeld und ihren tollen Leistungen, aber wenn wir konzentriert zu Werke gehen, werden wir uns das nicht nehmen lassen."

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