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Deutschlehrer-Info

Bibliotheken haben Zukunft

In Deutschland gibt es über 10.000 Bibliotheken – und sie sind auch in Zeiten von Smartphones so beliebt wie nie! Wie die Zukunft der Büchereien aussehen könnte, diskutieren Experten auf dem Deutschen Bibliothekartag.

Büchereien als reine Ausleihstationen sind längst passé. Heute gibt es in fast jeder größeren Bibliothek Cafés, Spielecken, Zonen zum Ausspannen – Orte, an denen man in Ruhe und mit Muße in die Bücher schauen kann. Auf dem Deutschen Bibliothekartag, der noch bis zum 29.5.2015 in Nürnberg stattfindet, diskutieren 4.000 Fachleute über die Zukunft der Bibliotheken in Deutschland. 10.200 gibt es insgesamt, davon 106 mobile Fachbibliotheken, die von Ort zu Ort unterwegs sind. Diese rollenden Bibliotheken erfreuen sich immer größerer Beliebtheit - vor allem auf dem Land, wo es sonst kaum Buchausleihstationen gibt.

Trotz der massenhaften Verbreitung von Smartphones, Tabletcomputern, E-Readern und elektronischen Konsolen hat die gute alte Bibliothek offenbar längst nicht ausgedient, so Vertreter des Fachverbandes. Im Gegenteil: Die Benutzerzahlen sind in den letzten zwei Jahren kontinuierlich angestiegen.

Verschiedene Etagen einer modernen Bibliothek, im Vordergund lehnt eine Frau an einem Geländer und liest.

Im "Leseland" Deutschland gibt es über 10.000 Bibliotheken – mehr als 215 Millionen Menschen nutzen ihren Service.


Die mit Abstand meisten Besucher verzeichnet die Stadtbibliothek Köln. Mehr als 2 Millionen Leser leihen dort jedes Jahr Bücher aus, dicht gefolgt von Dresden mit 1,7 Millionen. Insgesamt nutzen im Leseland Deutschland mehr als 215 Millionen Menschen den Service einer gut sortierten Bibliothek, das sind 5 Millionen mehr als noch 2013. „Sowohl die Hochschulbibliotheken als auch die städtischen Büchereien sind attraktiv wie nie“, freut sich Frank Simon-Ritz, Vorsitzender des Deutschen Bibliothekenverbundes.

Eines der wichtigsten Anliegen, das auf der Jahrestagung von den bundesweit angereisten Bibliothekaren diskutiert wird, ist die Sonntagsöffnung. Bislang ist das nur wissenschaftlichen Bibliotheken mit Präsenznutzung erlaubt. „Das erscheint obsolet und unzeitgemäß. Das muss für alle Bibliotheken gelten“, betont Simon-Ritz. Sehr erfolgreiche Pilotprojekte in den Städten Bremen und Mönchengladbach hätten gezeigt, dass der Sonntag „ein extrem guter Tag für die Bibliotheksöffnung wäre“.

Der Rokoko-Saal der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, ein Mann in historischem Kostüm liest ein Buch.

Die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar ist mehr als 400 Jahre alt und bei Touristen sehr beliebt.


Und ein anderes Problem macht den Bibliothekaren bundesweit Kopfschmerzen: Die Anschaffung von E-Books für öffentliche Büchereien ist extrem teuer und zum Teil einfach nicht möglich. Die Verlage können selbst darüber bestimmen, ob sie Lizenzen an Bibliotheken vergeben oder nicht. Viele Verlage verweigern das, aus Angst, damit Konkurrenz zum Online-Buchhandel zu schaffen und sich dort die Verdienstmöglichkeiten abzuschneiden, wie eine Sprecherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels sagte.

Aber ein Buch ist ein Buch – unabhängig von seiner medialen Form. Als Plädoyer für das elektronische Buch hat der Vorsitzende des Vereins Deutscher Bibliothekare, Klaus-Rainer Brintzinger, diese Position noch einmal deutlich vertreten: „Als Kunde und Nutzer erwarte ich heute, in meiner Bibliothek den Bestseller auch als E-Book zu finden“, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

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