Biathlon-Star Saizewa lebenslang gesperrt | Sport | DW | 01.12.2017
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Doping

Biathlon-Star Saizewa lebenslang gesperrt

Das Bild wird immer klarer: Viele der russischen Olympia-Helden von Sotschi sind inzwischen des Dopings überführt, nun auch eine der erfolgreichsten Biathletinnen. Damit wird die russische Olympiateilnahme ungewisser.

Wenige Stunden vor der WM-Auslosung im Kreml die nächste Doping-Meldung: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sprach im russischen Doping-Skandal weitere Sanktionen aus und verhängte einen lebenslangen Olympia-Bann in allen Funktionen gegen die Biathletin Olga Saizewa sowie die Skilangläuferinnen Julia Tschekalewa und Anastassija Dozenko. Fast hat man sich schon an diese Meldungen gewöhnt, denn in diesem immer größer werdenden Skandal sperrte das IOC bereits 25 russische Sportler für alle kommenden Olympischen Spiele. Doch der aktuelle Fall sticht heraus.

Schließlich ist Olga Saizewa nicht irgendwer. Die inzwischen 39-jährige Russin ist zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin, gewann dazu zweimal Silber bei den Winterspielen, wurde dreimal Weltmeisterin und stand 60-mal im Weltcup auf dem Podest. Sie prägte die Biathlonszene der Frauen, bis sie vor drei Jahren nach einer letzten Silbermedaille bei den skandalumwitterten Spielen von Sotschi ihre Karriere beendete. Nun ist auch sie überführt und eine Persona non grata bei Olympia.

Ermittlungen gehen weiter

Ganz überraschend kam die Meldung nicht mehr, nachdem zuvor bereits ihre Staffelkolleginnen Jana Romanowa und Olga Wiluchina lebenslang für Olympia gesperrt worden waren. Und Saizewas Fall dürfte nicht das Ende der Ermittlungen zum russischen Doping-System bedeuten. "Da einige Ermittlungen, darunter die forensische Analyse der Flaschen (der Dopingproben, d. Red.), noch nicht abgeschlossen sind, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass es neue Funde gibt, die das Eröffnen weiterer Fälle rechtfertigen", teilte das IOC mit.

Sotschi 2014 - Team Russland mit Subkow (picture alliance/dpa/epa/B. Walton)

Russisches Schauspiel: Mithilfe des Geheimdienstes wurde bei den Spielen von Sotschi Doping vertuscht.

Bislang war von 28 Fällen aus dem McLaren-Bericht ausgegangen worden, von denen seit Freitag 26 abgeschlossen sind. Nur in einem Fall erfolgte keine Sanktion.

Skilangläuferin Dozenko hatte in Sotschi im Teamsprint mit Julia Iwanowa Platz sechs belegt. Tschekalewa war Sechste mit der Staffel und Elfte über 10 Kilometer. Bei der WM 2013 in Val di Fiemme hatte sie ebenfalls über 10 Kilometer Miriam Gössner Bronze um 0,5 Sekunden weggeschnappt.

Zu den bislang lebenslang gesperrten Sportlern gehören fünf Sotschi-Olympiasieger. Unter Federführung der vom Schweizer Denis Oswald geleiteten IOC-Komission sind alle verfügbaren Proben russischer Athleten bei den Winterspielen 2014 reanalysiert worden. Die Oswald-Kommission kündigte an, dass alle Anhörungen russischer Sportler, die sich für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) qualifiziert haben, in Kürze abgeschlossen sein werden. Die jüngsten Enthüllungen dürften eine Teilnahme der russischen Mannschaft an den Spielen erschweren.

jw/sn (mit sid, dpa)

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