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Asien

Bhutto-Bericht erneut verschoben

Auf Drängen Pakistans halten die Vereinten Nationen ihren Untersuchungsbericht zur Ermordung von Pakistans Ex-Ministerpräsidentin Benazir Bhutto vorerst zurück.

Porträtbild Benazir Bhutto (Foto: AP)

Die ehemalige pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto

Eigentlich stand der Veröffentlichung des Berichts nichts mehr im Weg: Sämtliche Fakten und Quellen seien überprüft, hieß es von Seiten der UN. Und auch der Termin für eine Pressekonferenz stand längst fest. Dann aber - zwei Stunden vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung - die Kehrtwende. Das Dokument werde erst am 15. April publik gemacht, so UN-Sprecher Martin Nesirsky vor Journalisten.

Auslöser für die Verzögerung sei eine "dringende Bitte" des pakistanischen Präsidenten und Bhutto-Witwers Asif Ali Zardari gewesen. Dieser Bitte habe UN-Generalsekretär Ban Ki Moon entsprochen. Gründe für die Aufforderung aus Islamabad nannte der Sprecher nicht.

Neun Monate Recherchen

Porträtbild von Pakistans Präsident und Bhutto-Witwer Asif Ali (Foto: picture-alliance)

Pakistans Präsident und Bhutto-Witwer Asif Ali Zardari

Die strafrechtliche Klärung des Bhutto-Mordes liegt bei den pakistanischen Behörden. Aufgabe der UN-Untersuchungskommission war es dagegen, Umstände und Hergang der Tat zu beleuchten. Aus diesem Grund hatte Generalsekretär Ban das Gremium im Juni 2009 berufen. Eigentlich hätte der Abschlussbericht bereits Ende vergangenen Jahres vorliegen sollen - angesichts der "Fülle an Informationen" hatte die Kommission aber um mehr Zeit gebeten, und die Frist war um drei Monate verlängert worden.

Blutiges Ende einer Wahlkampfveranstaltung

Benazir Bhutto war am 27. Dezember 2007 nach einer Wahlkampfveranstaltung in der Stadt Rawalpindi getötet worden, bei der ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) gute Chancen eingeräumt wurden. Der tödliche Anschlag erfolgte nur zehn Wochen nach Bhuttos Rückkehr aus dem Exil. Es war bereits das zweite Attentat auf das Leben der Oppositionspolitikerin - nach einem Selbstmordanschlag auf ihre Wagenkolonne in Karachi im Oktober 2007. Dabei waren 140 Menschen getötet worden. Bhutto selbst blieb unverletzt.

Weinende und trauernde Menschen in Islamabad (Foto: AP)

Trauer und Fassungslosigkeit bei der pakistanischen nach dem Mord an Benazir Bhutto

In Rawalpindi hatte Bhutto gerade die Wahlkampf-Kundgebung verlassen, als ein Selbstmordattentäter das Feuer auf sie eröffnete und dann einen Sprengsatz zündete. Der damalige pakistanische Präsident Pervez Musharraf machte islamische Extremisten unter Führung des mittlerweile verstorbenen Taliban-Führer Baitullah Mehsud für die Tat verantwortlich. Bhuttos Ehemann Zardari - der Musharraf im Amt beerbte - äußerte hingegen der Verdacht, der Mord an seiner Frau sei von pakistanischen Führungskreisen in Auftrag gegeben worden.

Beliebt beim Volk

Seit mehreren Jahrzehnten hatte die 54-jährige Bhutto in der pakistanischen Politik eine maßgebliche Rolle inne, unter anderem war sie zweimal Regierungschefin. Wegen Korruptionsvorwürfen wurde sie beide Male abgesetzt. 1999 hatte sie deswegen Pakistan verlassen und in London und Dubai im Exil gelebt. Ihrer Popularität bei der pakistanischen Bevölkerung taten diese "Schattenseiten" aber keinen Abbruch.

Autorin: Esther Broders (ap/dpa/afp)
Redaktion: Thomas Latschan