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Ostmitteleuropa

Bewerbungsflut: Über 12 000 Polen haben sich bereits bei der EU beworben

Warschau, 28.6.2003 RZECZPOSPOLITA, poln.

12 650 Polen haben sich schon bei der Europäischen Kommission beworben, die vorerst etwa 300 Stellen zu vergeben hat. Am vergangenen Dienstag (24.6.) lief die Bewerbungsfrist für die erste Stellenausschreibung ab. Die nächste Chance wird es erst nach der Sommerpause geben.

In Brüssel wurden Polen gesucht, die die Arbeit der Kategorie A (Beamte) und C (technisches Personal) aufnehmen können. Am Anfang werden etwa 200 Beamte aus Polen eine Beschäftigung in Brüssel finden. Um diese Stellen bewarben sich aber insgesamt 7 983 Personen. Außerdem werden noch 60 Sekretärinnen gesucht. Ihr Interesse an dieser Arbeit haben 2 513 Bewerber angemeldet. Von der EU werden aber auch etwa 80 Dolmetscher und Übersetzer gesucht. Hier wurden 2 154 Bewebungen eingereicht.

Über die Höhe der Einkommen in Brüssel gibt es bereits Legenden. Ein Beamter der unteren Ebene kann etwa 4 000 Euro brutto pro Monat verdienen. Darauf muss man jedoch geringe Steuern bezahlen. Der Satz beträgt etwa 15 Prozent und wird durch verschiedene Zusatzleistungen ausgeglichen wie z. B. die Entfernungspauschale.

Von diesem Einkommen muss jedoch die Miete bezahlt werden (etwa 1 500 Euro). Viele Ankömmlinge werden auch ihre arbeitslosen Ehegatten unterhalten müssen. Man darf nicht vergessen, dass Brüssel eine teuere Stadt ist. Diese Arbeit aber hat einen großen Vorteil: das Risiko des Arbeitsverlustes ist sehr gering.

Die wenigen, die eine Einstellung als Leiter und Direktoren finden werden, können monatlich sogar 10 000 Euro oder mehr verdienen.

Die polnischen Bewerber müssen aber zuerst schwierige Prüfungen bestehen, die in drei Phasen durchgeführt werden. Sie finden in Warschau, Danzig, Krakau und Posen statt. Diejenigen, die diese Etappe bestehen, müssen dann vor die Prüfungskommission in Brüssel.

Alle Bewerber müssen über ein fundiertes Allgemeinwissen verfügen, Englisch oder Französisch beherrschen und mit der Migrationsproblematik vertraut sein. Ferner muss jeder Bewerber einen Hochschulabschluss haben. (...)

Bei der Europäischen Kommission sollen insgesamt 1 341 Polen arbeiten. Die Einstellung wird innerhalb der nächsten sieben Jahre erfolgen. Weitere 600 bis 800 Stellen wird es bei den anderen europäischen Institutionen geben und zwar vor allem beim Europaparlament und dem EU-Rat. Die Polen werden zwischen 5,1 und 7,6 Prozent der gesamten Belegschaft der EU ausmachen. (Sta)

  • Datum 30.06.2003
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