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Fokus Osteuropa

Bewegung im Mordfall Galina Starowojtowa

In Sankt-Petersburg wurden die Ermittlungen im Fall der 1998 ermordeten Politikerin wieder aufgenommen. Familie und Umfeld hoffen, dass nun die Drahtzieher zur Verantwortung gezogen werden.

Ehrentafel für Galina Starowojtowa

Ehrentafel für Galina Starowojtowa

Die Festnahme des ultranationalistischen Abgeordneten Gluschtschenko brachte den Stein offenbar ins Rollen. Nicht zum ersten Mal hatten russische Medien ihn mit dem organisierten Verbrechen in Russland in Verbindung gebracht. Zudem kursierten Spekulationen, Gluschtschenko sei in den Mord an der Vorsitzenden der Demokratischen Russischen Partei Galina Starowojtowa verstrickt.

Die populäre Duma-Abgeordnete war im November 1998 im Treppenhaus ihres Wohngebäudes in Sankt Petersburg ermordet worden. 2005 wurden zwei Beteiligte an dem Mord zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Auftraggeber wurden bislang jedoch nicht ermittelt. Im April 2008 stellten die Behörden die Ermittlungen ein.

Nun gerät der Fall wieder in Bewegung, nachdem Michail Gluschtschenko im Juni 2009 festgenommen wurde. Er wird verdächtigt, an der Ermordung von drei russischen Staatsangehörigen auf Zypern vor fünf Jahren beteiligt gewesen zu sein. Der Anwalt von Gluschtschenko teilte mit, dass sein Mandant bereits früher als Zeuge im Mordfall Starowojtowa vernommen worden sei. 2004 hatte ein weiterer Zeuge die Anschuldigung erhoben, Gluschtschenko sei einer der Hintermänner des Mordes an Starowojtowa.

Appell an den Präsidenten

Nachdem die Familie Starowojtowas von der Festnahme erfuhr, forderte sie Präsident Medwedjew zur endgültigen Aufklärung des Verbrechens auf: Er möge die Ermittlungen zur Chefsache machen. Der bei dem Attentat verletzte Mitarbeiter Starowojtowas, Ruslan Linkow, unterschrieb ebenfalls den Brief.

Die Schwester der ermordeten Politikerin, Olga Starowojtowa, sagte, sie habe sich entschlossen, die Bitte an den Präsidenten zu richten, weil die russischen Ermittlungsbehörden ihm direkt unterstellt seien.

Dringen auf Aufklärung

Boris Gudz ist der Anwalt Olga Starowojtowaws und Ruslan Linkows und vertritt ihre Interessen vor dem russischen Verfassungsgericht. Er betont, laut russischer Gesetzgebung dürften die Ermittlungen im Mordfall Galina Starowojtowa nicht abgeschlossen werden, bis alle Beteiligten an dem Verbrechen einschließlich des Auftraggebers gefunden worden seien.

Gudz schließt nicht aus, dass Gluschtschenko der Auftraggeber des Mordes gewesen sein könnte. Er ist jedoch der Meinung, dass es zu früh sei, endgültige Schlüsse zu ziehen. Gluschtschenko selbst bestreitet jede persönliche Bekanntschaft mit den beiden bereits verurteilten Hauptbeteiligten an dem Mord. Er behauptet, dass er Starowojtowa lediglich als Abgeordnete der Duma flüchtig kenne.

Autor: Wladimir Izotow, Marina Baranowska
Redaktion: Birgit Görtz