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Asien

Bewegung im koreanischen Konflikt?

Eine schnelle und bedingungslose Wiederaufnahme der eingefrorenen Gespräche hat Nordkorea dem verfeindeten Süden angeboten. Seoul hält das Angebot für nicht ernsthaft. China dagegen begrüßte die Initiative Pjöngjangs.

Montage der nord- und südkoreanischen Flagge (DW)

Ein taktischer Zug, mehr nicht. So interpretierte die südkoreanische Regierung den jüngsten diplomatischen Vorstoß aus Nordkorea. "Wir betrachten das nicht als ernstgemeintes Angebot zum Dialog", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag (06.01.2011). Die staatlichen nordkoreanischen Medien hatten am Mittwochabend eine Erklärung der Regierung veröffentlicht, in der Pjöngjang dazu aufruft, den auf Eis liegenden Dialog wieder aufzunehmen. Nordkorea schlage ernsthafte Verhandlungen "ohne Vorbedingungen" vor, hieß es darin.

Skepsis beim Nachbarn

Frau mit einem Plakat mit der Aufschrift We want Peace (Foto: AP)

Viele Menschen - wie diese Frau in Seoul - wünschen sich nur eins: Frieden

Beim Adressaten kam diese Botschaft allerdings nicht gut an. Südkorea bezeichnete die Initiative des Nordens als Propagandaaktion und als wenig glaubwürdig. Immer wieder habe Nordkorea in der Vergangenheit ähnlich klingende Erklärungen abgegeben, der Vorschlag sei ein "taktischer Zug", kritisierte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Stattdessen warte Seoul auf eine Entschuldigung Pjöngjangs für den Militärschlag auf eine südkoreanische Insel vor knapp zwei Monaten. Eine derartige Geste könne man als Zeichen dafür werten, dass es dem Norden ernst sei.

USA und China wollen neuen Schwung

Porträt Stephen Bosworth (Foto: AP)

Der US-Sondergesandte Stephen Bosworth ist zur Zeit wieder in Peking in diplomatischer Mission unterwegs

Die USA geben sich derzeit sichtlich bemüht, Möglichkeiten auszuloten, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen. Seit Mittwoch ist deshalb der US-Sondergesandte für Nordkorea, Stephen Bosworth, in China. Neben einer Beilegung der aktuellen Krise geht es beiden Ländern auch darum, die auf Eis liegenden internationalen Verhandlungen wieder aufzunehmen und Nordkorea wegen seines umstrittenen Atomprogramms unter Druck zu setzen.

Nach dem Treffen mit dem US-Diplomaten sagte Chinas Außenamtssprecher Hong Lei zum jüngsten nordkoreanischen Vorstoß, Peking begrüße jeden Kontakt zwischen den verfeindeten Parteien auf beiden Seiten der innerkoreanischen Grenze. "China ist immer der Auffassung, dass Dialog und Beratungen der einzig wirksame Ansatz sind, um die Angelegenheiten auf der Halbinsel zu klären."

Neuer Anlauf für Sechser-Gespräche?

Die USA und China wollten gemeinsam auf eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Pjöngjang hinarbeiten, sagte der Sprecher weiter. Im April 2009 hatte Nordkorea die sogenannten Sechser-Gespräche über ein Ende seines Atomwaffenprogramms einseitig aufgekündigt. An den seit 2003 laufenden Gesprächen nehmen außer Nordkorea, den USA und China auch Südkorea, Japan und Russland teil.

Rauchsäule über Yeonpyeong (Foto: AP)

Am 23. November griff Nordkorea die Insel Yeonpyeong nahe der umstrittenen Seegrenze an

Angriff im Gelben Meer

Seit einigen Wochen hat sich die Situation auf der koreanischen Halbinsel wieder einmal verschärft. Auslöser für die jüngsten Spannungen war ein Angriff nahe der umstrittenen innerkoreanischen Seegrenze. Ende November hatte die nordkoreanische Artillerie die südkoreanische Insel Yeonpyeong beschossen. Dabei waren vier Südkoreaner ums Leben gekommen. In der Folge ließ Seoul eine ganze Reihe von Militärmanövern abhalten.

Autorin: Esther Broders (dpa/rtr/afp)

Redaktion: Miriam Klaussner

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