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Aktuell Welt

Bewaffnete Wächter in US-Schulen?

Die amerikanische Waffenlobby ist durch das Schulmassaker in Newtown zweifellos unter Druck geraten. Nach diffusen und ausweichenden Kommentaren kam jetzt ihre offizielle Stellungnahme - und sorgte für neue Empörung.

Eine Woche lang hatte man taktiert, jetzt kam die mächtige Waffenlobby der USA aus der Deckung: Vor der Presse in der Hauptstadt forderte der Geschäftsführer der "National Rifle Association" (NRA), Wayne LaPierre, bewaffneten Schutz für die Schulen überall im Land. Nur so könne man die Killer aufhalten, war seine Folgerung auf den verheerenden Amoklauf von Newtown (Bundesstaat Connecticut) mit 26 Toten. Polizisten oder Wächter mit Schusswaffen sollten an allen Brennpunkten postiert werden, so die Strategie der NRA.     

Bad guy - Good guy   

Wayne LaPierre von der Waffenlobby - NRA (foto: AP/dapd)

Nach langem Zögern vor der Presse: Wayne LaPierre von der Waffenlobby

"Das Einzige, was einen bösen Typen mit einer Knarre stoppt, ist ein guter Typ mit einer Knarre", brachte LaPierre das Weltbild seiner Organisation auf den Punkt. Die NRA sei auch bereit, beim Training für entsprechende Programme zum Schutz von Schulkindern mitzuhelfen. LaPierre wandte sich gegen strengere Gesetze zum Erwerb von Schusswaffen in den USA. Solche Gesetze würden nichts bringen. Die "Dämonisierung von Waffen" müsse aufhören.  

Bei dem Presseauftritt, wo Journalisten keine Fragen stellen durften, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Andere Demonstranten riefen: "Die NRA hat Blut an den Händen... Stoppt jetzt den Verkauf von Sturmgewehren".

Obama stellt sich hinter Waffengegner

Präsident Barack Obama stärkte den Befürwortern eines strengeren Waffenrechts noch einmal den Rücken. Sie dürften in ihrem Kampf für schärfere Kontrollen nicht nachlassen, sagte Obama in einer Video-Botschaft an mehrere Hunderttausend US-Bürger, die eine entsprechende Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses unterzeichnet hatten. 

"Ich brauche Ihre Hilfe", bat Obama in dem Video. Die Befürworter schärferer Waffengesetze müssten den Druck auf die Abgeordneten aufrechterhalten. "Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft an wie nötig, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: Es reicht." Der Präsident will den Kongress dazu bringen, den Verkauf von Sturmgewehren und besonders großen Magazinen zu verbieten sowie den bisher weitgehend unkontrollierten Handel mit Waffen auf einschlägigen Messen strenger zu kontrollieren. Obamas Regierungsmannschaft soll die Reformvorschläge noch im Januar vorlegen.

Große Anteilnahme nach dem Schulmassaker in Newtown (foto: gettyimages)

Große Anteilnahme nach dem Schulmassaker in Newtown

26 Glockenschläge für die Opfer

Eine Woche nach dem Blutbad in Newtown trauerten die Menschen in der Stadt und mit ihnen viele US-Bürger um die getöteten Schüler und Lehrer. Um 9.30 Uhr Ortszeit schlugen die Glocken in langsamem Takt 26 Mal, - für jedes Opfer einmal.

Zur selben Zeit war ein Amokläufer in die Sandy-Hook-Grundschule eingedrungen und hatte 20 Kinder und sechs Frauen erschossen. Die ältesten Kinder waren sieben Jahre alt. Der 20-jährige Täter, der zuvor auch seine Mutter umgebracht hatte, tötete sich nach dem Massaker selbst.  

SC/rb (dapd, dpa, afp)  

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