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Aktuell Welt

Bewaffnete schießen im libyschen Parlament um sich

Zwischenfall bei der Wahl des libyschen Ministerpräsidenten: Bewaffnete stürmten während der Abstimmung das Parlament in Tripolis und schossen um sich.

Mehrere Menschen seien bei der Schießerei verletzt worden, sagte der Sprecher des libyschen Parlaments, Omar Hmeidan. Die Schützen hätten Verbindungen zu einem der unterlegenen Kandidaten bei der Wahl zum Ministerpräsidenten. Einen Namen nannte er nicht. Augenzeugen berichteten, dass Parlamentarier aus dem Gebäude rannten.

Beim letzten Wahlgang zur Wahl des Ministerpräsidenten lag der Geschäftsmann Ahmed Maiteeq in Führung, als die Bewaffneten das Parlament stürmten. Übergangsregierungschef Abdullah al-Thinni war vor zwei Wochen zurückgetreten, nachdem er und seine Familie bedroht worden waren. Al-Thinni war der Nachfolger von Ministerpräsident Al Seidan, der im März von einer Parlamentariergruppe unter der Führung der Muslimbrüder per Misstrauensvotum entmachtet worden war.

Anschlag auf Militär

Am Vormittag waren bei einem Anschlag auf einen Armeestützpunkt zwei Menschen getötet worden. Die offizielle Nachrichtenagentur Lana berichtete, eine Autobombe sei vor dem Haupteingang des Camps für Spezialkräfte des Militärs explodiert. Lokale Medien sprachen von einem Selbstmordanschlag. Augenzeugen berichteten, ein Fahrzeug sei vor dem Tor angehalten worden und unmittelbar darauf explodiert.

Libyen ist nach dem Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 zum Tummelplatz verschiedener Milizen geworden. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Im Osten des Landes blockieren Rebelleneinheiten wichtige Ölverladehäfen. Die Blockade trägt zum massiven Rückgang der Ölexporte Libyens bei. Unter Gaddafi lag der libysche Export bei rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag, derzeit sind es rund 250.000 Barrel.

Die Rebellen verlangen Autonomie für das Gebiet, das sich über die historische Cyrenaica erstreckt.

cr / kle (rtr, afp)