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Aktuell Europa

"Bewaffnete Islamisten" in Moskau festgenommen

In Moskau hat die Polizei 15 mutmaßliche Terroristen verhaftet und damit nach eigener Darstellung Selbstmordanschläge vereitelt. Eine Demonstration von Stärke im Vorfeld der Olympischen Winterspiele von Sotschi?

In den Morgenstunden hatten Spezialkräfte der russischen Polizei zugeschlagen. Bei der Razzia in einem Hochhauskomplex im Osten von Moskau stellten sie Sprengstoffgürtel, Waffen und extremistische Schriftstücke sicher. 15 Personen, vermutlich militante Islamisten, wurden festgenommen.

Wie das Innenministerium mitteilte, gehören die Verdächtigen der Organisation Al-Takfir wa Al-Hidschra (Exkommunikation und Auswanderung) an, die in den 1970er Jahren in Ägypten gegründet wurde und Verbindung zum Terrornetzwerk Al Kaida hat. Von den russischen Behörden wurde sie 2010 als religiöse Extremistengruppe verboten. Ihre Aktivitäten in Moskau und Umgebung soll sie durch kriminelle Aktionen finanziert haben.

Verbindung zum Nordkaukasus

In russischen Medienberichten hieß es, die Festgenommenen stammten aus dem islamisch geprägten Konfliktgebiet Nordkaukasus sowie aus Zentralasien. Ihnen wird die Vorbereitung terroristischer Anschläge zur Last gelegt.

Nach Ansicht von Beobachtern soll die Aktion gut zwei Monate vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Sotschi die Wachsamkeit und Durchschlagskraft von Polizei und Geheimdienst demonstrieren. Sportminister Vitaly Mutko hatte erklärt, die russischen Behörden seien um den sicheren Ablauf der Spiele extrem bemüht. Entsprechend wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft.

Islamisten wollen keine Winterspiele

Blick auf das -noch im Bau befindliche- Olympische Dorf in Sotschi (foto: AFP/Getty Images)

Von Anschlägen bedroht: das olympische Dorf in Sotschi

Sotschi am Schwarzen Meer liegt nur wenige Hundert Kilometer von der Unruheregion entfernt, wo muslimische Extremisten mit Waffengewalt für ein von Moskau unabhängiges "Emirat" kämpfen. Sie haben angekündigt, die Winterspiele mit allen Mitteln verhindern zu wollen.

Ende Oktober führte ein Vorfall in Wolgograd die Gefahr in diesem Zusammenhang drastisch vor Augen. Eine sogenannte Schwarze Witwe, die Frau eines radikalislamischen Extremisten aus dem Nordkaukasus, hatte einen Selbstmordanschlag auf einen Bus in Wolgograd verübt. Sechs Menschen wurden getötet und zahlreiche schwer verletzt. Der Ehemann der Attentäterin und mutmaßliche Drahtzieher wurde vor gut einer Woche bei Kämpfen zwischen Aufständischen und der Polizei in Dagestan erschossen, wie das nationale russische Anti-Terror-Komitee mitteilte.

uh/rb (dpa,afp,rtr)

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