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Politik

Bewährungsstrafen für israelische Soldaten

Während der Gaza-Offensive im Januar 2009 hatten zwei israelische Soldaten ein palästinensisches Kind als Schutzschild missbraucht. Ein Militärgericht fällte nun ein mildes Urteil.

Israelische Soldaten in Vorbereitung auf einen Einsatz in der Nähe des Gazastreifens (Foto: picture-alliance/dpa)

Israelische Soldaten bereiten sich auf einen Einsatz im Gazastreifen vor

Israelische Soldaten versammeln sich vor einem Kampfeinsatz im Gazastreifen im Januar 2009 (Foto: AP / Sebastian Scheiner)

Israelische Soldaten vor der Kampfoffensive im Gazastreifen im Januar 2009

Die Soldaten waren am 15. Januar 2009 an der Erstürmung eines Mehrfamilienhauses in Gaza-Stadt beteiligt gewesen. Im Zuge dessen hatten sie einen damals neunjährigen palästinensischen Jungen gezwungen, verdächtige Koffer nach Sprengstoff-Fallen zu durchsuchen.

Anfang Oktober 2010 waren die beiden Angeklagten bereits für schuldig befunden worden. Damals hieß es, die beiden Soldaten hätten ihre Machtbefugnis überschritten und menschliches Leben gefährdet. Nun hat das Militärgericht im südisraelischen Kastina am Sonntag (21.11.2010) das Strafmaß festgelegt. Nach einem Bericht der israelischen Zeitung Haaretz erhielten die Soldaten drei Monate Haft auf Bewährung und wurden um einen militärischen Rang zurückgestuft. Die Anklage hatte Haftstrafen ohne Bewährung gefordert.

Ein Palästinenser trägt ein verletztes Kind nach einem Angriff der israelischen Armee im Gazastreifen (Foto: picture-alliance / dpa)

Bei einem Angriff gegen die Hamas im Dezember 2008 wurden auch zahlreiche Zivilisten verletzt

Bei der Urteilsverkündung zeigten sich die Täter erleichtert über ihre Strafe. Das Opfer, Madsched Rabah, hielt die Entscheidung der Richter für zu milde. "Sie hätten für ein oder zwei Jahre ins Gefängnis gehört", sagte er. Er habe während des Vorfalls Todesängste gelitten, gab der Junge unter Eid an: "Ich habe geglaubt, sie töten mich. Ich hatte solche Angst, dass ich mir in die Hosen gemacht habe." Die Mutter Madscheds forderte, die Täter vor ein internationales Gericht für Kriegsverbrecher zu stellen.

Der Vorfall hatte sich während der israelischen Militäraktion "Gegossenes Blei" gegen militante Palästinensergruppen im Gazastreifen zwischen Dezember 2008 und Januar 2009 ereignet. In der international scharf kritisierten Offensive der israelischen Armee waren rund 1400 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen.

Autorin: Carolin Hebig (afp / dpa / rtr)
Redaktion: Thomas Latschan