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Aktuell Deutschland

Bewährungsstrafe im ersten Prozess um Silvester-Gewalt in Köln

Knapp zwei Monate nach den Vorfällen der Silvesternacht von Köln ist der erste Täter verurteilt worden. Es war die bestohlene Frau selbst gewesen, die den Mann verfolgt und gestellt hatte.

Blick auf den Kölner Hauptbahnhof während der Silvesternacht (Foto: dpa)

Blick auf den Kölner Dom während der Silvesternacht

Das Amtsgericht Köln hat einen 23 Jahre alten Mann aus Marokko wegen Diebstahls und Besitzes von Drogen schuldig gesprochen. Wegen der Taten in der Silvesternacht verhängte das Gericht eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 100 Euro.

Der Asylsuchende hatte kurz nach 23 Uhr einer 20 Jahre alten Frau ihr Smartphone gestohlen, als diese gerade den Kölner Dom fotografierte. Vor Gericht räumte der junge Mann die Tat ein und entschuldigte sich für den Vorfall. Zudem wurden bei ihm am Tattag 0,1 Gramm Amphetamin sichergestellt.

Handy beim Fotografieren entrissen

Die junge Frau hatte mit einer Gruppe von Freundinnen den Jahreswechsel am Kölner Dom gefeiert. Als sie mit ihrem Handy die Kathedrale fotografieren wollte, entriss ihr der Angeklagte das Handy von hinten und flüchtete damit. Die Geschädigte verfolgt den jungen Mann und konnte ihn fassen. Als sie ihn festhielt, habe der Täter ihr das Smartphone im Wert von 350 Euro gleich wieder entgegengestreckt und ausgehändigt, sagte die 20-Jährige, die als Zeugin gehört wurde.

Die Frau schilderte auch, dass sie auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes angegrabscht worden sei. Sie konnte aufgrund der großen Menschenmenge aber nicht sagen, wer sie angefasst hatte. Der Angeklagte bestritt über seinen Anwalt, an sexuellen Attacken beteiligt gewesen zu sein.

Seit Jahresbeginn in U-Haft

Der Angeklagte war vor der Tat in einer Notunterkunft im münsterländischen Nottuln untergebracht. Seit dem 1. Januar war er wegen des Vorfalls in Untersuchungshaft. Der Richter hob den Haftbefehl mit Verkündung des Urteils auf. Der asylrechtliche Status des Mannes blieb im Verfahren unklar.

Im Laufe des Mittwochs sollten noch weitere Tatverdächtige der Silvesternacht vor Gericht stehen. In einem weiteren Verfahren stehen zwei junge Männer ebenfalls wegen eines Diebstahls vor Gericht. Die beiden müssen sich verantworten, weil sie auf der Hohenzollernbrücke eine Tasche gestohlen haben sollen, in der sich ein Fotoapparat befand.

In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof Gruppen junger Männer vor allem junge Frauen attackiert, sexuell belästigt und beraubt. Bei den Tätern soll es sich überwiegend um Menschen mit nordafrikanischen und arabischen Wurzeln handeln. Bislang sind bei der Staatsanwaltschaft Köln rund 1100 Anzeigen eingegangen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Taten gegen Dutzende Beschuldigte.

stu/kle (afp, epd)

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