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Wissen & Umwelt

Bestäubung spielt entscheidende Rolle für die Kakao-Produktion

Kakaoblüten (Foto: CC-BY-Kurt Stueber)

Je mehr Blüten bestäubt werden, desto mehr Bohnen reifen am Kakaobaum. Die Intensität der Bestäubung, sagen Forscher der Universität Göttingen, sei sehr viel entscheidender für den Kakao-Ertrag als die Versorgung der Pflanze mit Wasser, Licht und Stickstoff.

Für ihre Studien auf der indonesischen Insel Sulawesi bestäubten die Wissenschaftler per Hand zehn, 40, 70 oder 100 Prozent der Blüten einer Kakaopflanze. Dabei fanden sie heraus, dass bereits eine Erhöhung der Bestäubungsintensität von zehn Prozent auf 40 Prozent der Blüten ausreichte, um den Ertrag des Baumes zu verdoppeln. "In der Natur geht man von Bestäubungsraten von maximal zehn Prozent aus. Das Potenzial für eine Ertragssteigerung ist somit enorm", versichert der Göttinger Agrarökologe Yann Clough, der die Untersuchungen leitete.

Zurzeit stagniert die weltweite Kakaoproduktion. Das treibt die Preise für Kakaobohnen in die Höhe und führt zu Engpässen in der Industrie. Bislang konzentrierten sich die Experten auf die Züchtung produktiverer und resistenterer Sorten oder auf eine Steigerung des Ertrags durch verstärkten Einsatz von Dünger und Licht, um die Kakao-Produktion zu erhöhen. "Die Rolle der Bestäubung blieb weitgehend unbeachtet", sagt Yann Clough.

Der Kakaobaum wird bis zu 20 Meter hoch, die Früchte mit den Kakaobohnen befinden sich direkt am Stamm. Die Blüten werden – anders als beispielsweise beim Kaffee – nicht durch Bienen, sondern durch winzige Mücken bestäubt. "Um die Bestäubungsintensität und damit den Ertrag eines Kakaobaumes zu erhöhen, müsste demnach die Mückenpopulation in den Plantagen gezielt gefördert werden", schlussfolgert Agrarökologe Yann Clough.

Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Göttinger Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Perspectives in Plant Ecology, Evolution and Systematics".

Autorin: Judith Hartl (idw/Uni Güttingen)
Redaktion: Monika Lohmüller