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Sport

Bescheidener Schlüsselspieler

Nach dem Finaleinzug werden die deutschen Spieler von allen Seiten gelobt. Besonders Toni Kroos hat eine überragende Partie gemacht - doch der Münchener lässt sich von der Euphoriewelle überhaupt nicht anstecken.

Mittelfeldspieler Toni Kroos hat im Spiel gegen Brasilien für großes Aufsehen gesorgt. Mit seiner überragenden Leistung gegen den WM-Gastgeber trug er entscheidend zum Erfolg seines Teams bei. Seinen ohnehin schon hohen Marktwert dürfte er damit noch gesteigert haben. Kein geringerer Club als Champions-League-Sieger Real Madrid wartet schon sehnsüchtig auf Kroos, und die Bayern werden möglicherweise bereuen, dass sie ihr Vertragsangebot an den 24-Jährigen zurückgezogen haben. Vielleicht wird man diese Entscheidung beim Rekordmeister ja sogar noch einmal überdenken. Denn spätestens beim unglaublichen 7:1 gegen Brasilien muss auch dem letzten Beobachter aufgefallen sein: Kroos spielt bei dieser WM außergewöhnlich gut. Und so einer wechselt - zumindest wenn die Gerüchte der spanischen Presse stimmen - zu Real Madrid? Zwei Tore, eine direkte Vorlage, ein Traumpass, der einen Treffer einleitete - besser geht es kaum.

"Der Toni bringt den Ball jedes Mal dahin, wo er hin muss", lobte ihn dafür Miroslav Klose. "Toni war in den letzten beiden Jahren schon jemand, der der Mannschaft spielerisch sehr viel bringt", ergänzte Bundestrainer Joachim Löw. "Er zeigt während der WM eine sehr gute Form und hat entscheidend zu unserem Erfolg beigetragen." Vier Tore hat Kroos bei der WM in Brasilien bereits direkt vorbereitet. Beim Brasilien-Spiel wurde er zum "Man of the Match" gekürt. Und was sagt Kroos selbst dazu? Der will die ganze Euphorie, die plötzlich um seine Person entstanden ist, nicht ganz teilen. "Meine Leistung war nicht so schlecht. Ich habe aber auch schon andere gute Spiele gemacht", meint er beinahe aufreizend lässig. Auch auf die Frage, warum es derzeit so gut laufe bei ihm, antwortet er lapidar: "Weil ich gut drauf und fit bin."

Option Real Madrid steht noch zur Verfügung

Fußball WM 2014 Halbfinale Deutschland Brasilien Jubel Toni Kroos (Foto: REUTERS/Leonhard Foeger)

Gegen Brasilien glänzte Kroos sogar als Torschütze

Ähnlich wortkarg kommentiert Kroos auch seine sportliche Zukunft: "Ach ja. Ich werde nach dem Turnier dazu etwas sagen." Geschrieben wurde vor dem Halbfinale, dass der Wechsel zu Real Madrid perfekt sei und dass die Bayern ihr Angebot zurückgezogen hätten, weil Kroos finanziell in eine Liga mit Lahm, Schweinsteiger, Ribery, Robben und Co. vorstoßen und zehn Millionen Euro pro Jahr verdienen wolle. Offiziell bekannt ist einstweilen nur, dass der Vertrag des Nationalspielers beim FC Bayern noch bis Sommer 2015 läuft und Real bei einem Transfer eine stattliche Ablöse hinlegen müsste.

Klar ist auch, dass der Marktwert des Mittelfeldspielers, durch seine Leistung bei der WM, gestiegen ist. Die Münchener könnten dies nun zu ihrem Vorteil nutzen. Die 25 Millionen Euro, die als Ablösesumme aus Spanien kolportiert wurden, dürften sich mittlerweile überholt haben - erst recht nach Kroos' bärenstarker Darbietung im WM-Halbfinale. Für seine Leistungen in Brasilien war Kroos zuvor schon von "König" Johan Cruyff gelobt worden - und dies bereits vor dem überragenden Spiel gegen den WM-Gastgeber. Er genieße ganz besonders das Spiel von Kroos, sagte der niederländische Vize-Weltmeister von 1974: "Der Junge macht alles gut. Seine Ballbehandlung ist fast perfekt. Immer haben seine Pässe die richtige Geschwindigkeit. Schön zu sehen." Schön zu hören, dürfte Kroos gedacht haben. Aber gesagt hat er das natürlich nicht.

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