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Deutschland

Berufswahl? Macht mein Mentor für mich!

Wie finde ich einen Job? Und welcher ist überhaupt der richtige für mich? Am Ende des Studiums müssen sich Studierende mit vielen Fragen herumschlagen. Aber nicht mehr allein: Mentoren sollen nun weiterhelfen.

Fragezeichen auf dem Feld (Foto: dpa)

Am Ende des Studiums stehen die großen Fragen

Nora Sondhauß ist fast fertig mit ihrem Studium. Aber die 25-Jährige weiß noch nicht, wie es danach weiter gehen soll. Promovieren oder doch direkt arbeiten? Seit kurzem ist sie mit dieser Frage nicht mehr allein. "Da bin ich froh, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, das mit jemandem zu besprechen". Und dieser jemand ist nicht ihr Freund, oder ihre Eltern, sondern ihr Mentor, Martin Kaluza.

Der Journalist ist schon seit ein paar Jahren im Beruf. Jetzt möchte er etwas von seiner Erfahrung an die Studentin weitergeben. "Bei mir selbst ist die Phase Beendigung des Studiums und der Eintritt ins Berufsloben noch nicht so lange her. Das heißt, ich habe selbst sehr frische Erfahrungen auf einem ähnlichen Arbeitsmarkt."

Gestifteter Mentor

Mentoring heißt diese Art des Helfens. Die Idee dahinter ist einfach: Eine erfahrene Person, der Mentor, gibt seine persönlichen Erkenntnisse an eine unerfahrene Person weiter. Ursprünglich wurde Mentoring fast ausschließlich in Unternehmen eingesetzt. Inzwischen bieten immer mehr Stiftungen und Universitäten Programme für ihre Studierenden an.

Hörsaal der Humboldt-Uni Berlin (Foto: AP)

Raus aus dem Höraal, rein ins Berufsleben - aber wie?

Die Hans-Böckler-Stiftung bezahlt das Mentorenprogramm für Nora. Sie und die anderen Stipendiaten der Stiftung werden über ein Jahr auf ihrem Weg ins Berufsleben begleitet. Die Mentoren sind Altstipendiaten. Petra-Johanna Regner ist von dem Konzept überzeugt. Sie leitet eine Firma, die das Programm für die Böckler-Stiftung organisiert. Dennoch warnt sie vor zu hohen Erwartungen. "Der Mentor ist nicht der Stellenvermittler. Aber er kann dem Studenten einen Einblick geben, wie es in dem Berufsfeld aussieht." Und zwar nicht abstrakt, sondern ganz konkret, indem er dem Studierenden Einblick in den eigenen Arbeitsbereich.

Netzwerken, netzwerken

So macht es auch Martin Kaluza. Zuerst traf er sich mit Nora in einem Café. Als nächstes wird sie ihren Mentor in seinem Büro besuchen. Regelmäßige Treffen sind wichtig, denn beide möchten das eine Jahr möglichst intensiv nutzen. So geht es auch Müjgan Özmen. Allerdings steht bei ihr nicht noch nicht das Thema Berufswahl an, sondern erst einmal die Promotion. Für sie ist klar, dass sie später Konfliktmanagerin werden will. Der Mentor soll ihr nun dabei helfen. "Ich erhoffe mir, dass er mir einerseits bei der Promotion mit den ganzen Vorbereitungen für Stipendien und allen möglichen Sachen hilft. Und andererseits auch bei der Jobsuche, indem er mir hilft, Kontakte zu knüpfen."

Nora Sondhauß weiß noch nicht, was sie beruflich machen möchte. Das will sie in diesem Jahr mit der Hilfe ihres Mentors herausfinden. Daher kann es auch nur ein gemeinsames Ziel geben. "Das Ziel wäre dann, dass wir beide in dem einen Jahr das Gefühl haben, dass wir zusammen etwas bewegt haben."

Autor: Stephan Scheuer

Redaktion: Manfred Götzke