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Europa

Bertie Ahern geht, "Spliffo Biffo" kommt

Des einen Leid ist des anderen Freud - das trifft auch auf den Wechsel an Irlands Regierungsspitze zu. Dort muss Bertie Ahern wegen eines Finanzskandals abtreten. Sein Nachfolger ist Brian Cowen, genannt "Spliffo Biffo".

Brian Cowen in Siegerpose Photo credit should read: Julien Behal/PA Wire URN:5842919 +++(c) dpa - Report+++

Lebebsfroh, erfahren und schlagfertig: Brian Cowen

(AP Photo)

Irlands neuer Regierungschef Brian Cowen

Der neue Ministerpräsident Irlands und Chef der größten Regierungspartei des Landes (Fianna Fail) hat bei seinen Landsleuten bereits einen Stein im Brett: Er trinkt gerne Guinness im Pub. Ansonsten ist der bisherige Finanzminister und Vize-Ministerpräsident der Republik Irland ein erfahrener Politiker, der Ansehen im Volk genießt.

Cowen ist ein treuer Gefolgsmann seines Vorgängers Bertie Ahern und kann mit seinen 48 Jahren bereits auf eine lange politische Laufbahn zurückblicken. Mit 24 Jahren übernahm er den Sitz seines Vaters im Parlament in Dublin. Der studierte Jurist stand mehreren Ministerien vor, darunter dem Arbeits- und dem Gesundheitsministerium. Von 2000 bis 2004 war er Außenminister und somit während der irischen EU-Ratspräsidentschaft maßgeblich an den Verhandlungen über die damalige EU-Verfassung beteiligt. Auch auf den Friedensprozess in Nordirland hatte er Einfluss.

Erfolg und Misserfolg als Finanzminister

2004 wurde Cowen Finanzminister und 2007 Stellvertreter Aherns. Auch wenn Irland unter Cowens Führung im Finanzministerium boomte: Der Aufschwung kühlte sich zuletzt merklich ab, was ihm die Kritik der Opposition einbrachte.

Cowen, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, gilt zwar manchmal als mürrisch, doch mit freimütigen Bemerkungen amüsierte er immer wieder. So trägt er in Anlehnung an sein Geständnis, zu Studienzeiten an einem Joint - englisch: Spliff - gezogen zu haben, den Spitznamen "Spliffo Biffo". Und als der nordirische Unionistenführer Ian Paisley einmal bemerkte, Cowen habe so dicke Lippen, weil dessen Mutter sie mit Kleber bestrichen und den ungehörigen Jungen am Boden festgeklebt habe, erwiderte der, die Politik sei kein Schönheitswettbewerb.

Bertie Ahern (AP Photo/John Cogill, FILE)

Bertie Ahern stolperte über einen Finanzskandal

Aherns unfreiwilliger Abgang

Am 6. Mai übernimmt Cowen von Ahern das Amt des Premierministers, weil dieser wegen eines Finanzskandals seinen Rücktritt einreichen musste. Ahern regierte Irland seit Juni 1997 und war damit einer der am längsten amtierenden Regierungschefs in Europa. Der Zentrumspolitiker war erst im Juni vergangenen Jahres für eine dritte Amtszeit vereidigt worden. Seit 1997 läuft gegen Ahern jedoch eine Untersuchung wegen mutmaßlicher Zahlungen von Bauunternehmern, die der damalige Arbeits- und Finanzminister zwischen 1989 und 1992 erhalten haben soll. Ahern hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen, knickte unter dem Druck neuer Enthüllungen Ende März jedoch ein und erklärte seinen Rücktritt. (mas)

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