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Aktuell Deutschland

Berthold Beitz erhält Lew-Kopelew-Preis

Der frühere Krupp-Manager Berthold Beitz ist mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Gerechtigkeit ausgezeichnet worden. Er habe während der Nazi-Herrschaft Hunderte Juden in Polen vor dem Tod bewahrt, so die Jury.

Berthold Beitz (Foto: dpa)

Verleihung des Lew-Kopelew-Preises an Berthold Beitz / Overlay-fähig

Der 98-jährige Preisträger wurde bei der Ehrung als ein unermüdlicher Brückenbauer bezeichnet, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg für die West-Ost-Verständigung eingesetzt und zur Annäherung zwischen Deutschland und den Völkern Osteuropas entscheidend beigetragen habe.

Der frühere Krupp-Manager Berthold Beitz mit Urkunde (Foto: pa/dpa)

Berthold Beitz mit Urkunde

Fritz Pleitgen, der Vorsitzende des Lew-Kopelew-Forums, betonte bei der Preisverleihung in Köln, Berthold Beitz habe ebenso wie der Namensgeber des Preises, Lew Kopelew, ein "eindrucksvolles Beispiel" gegeben, "wie sich Menschen in extremen Situationen verhalten sollten". Der Krupp-Manager habe während der Diktatur der Nationalsozialisten unter Lebensgefahr Hunderte Juden im besetzten Polen vor dem Tod bewahrt.

Einsatz für Entschädigung von Zwangsarbeitern

Später habe er sich trotz Anfeindungen und ideologischer Vorbehalte als erster und lange Zeit einziger Vertreter der Großindustrie für eine Entschädigung von Zwangsarbeitern stark gemacht, so die Würdigung der Jury. Zudem habe er "aus dem als deutsche Waffenschmiede diskreditierten Stahlriesen Krupp einen zivilen modernen Konzern" gemacht und sich außerdem als Förderer von Kunst und Wissenschaft engagiert. Beitz war von 1953 an Vorsitzender des Krupp-Konzerns und damit einer der bedeutendsten Manager in Deutschland. Bis heute ist er Verwalter der Krupp-Stiftung.

Der ehemalige Bundesfinanzminister und Laudator Peer Steinbrück (SPD) sagte, Beitz' Lebensweg zeige, was ein Mensch erreichen kann, der die Freiheit des Handelns mit Mut und Verantwortung nutze. Der Preisträger selbst gab sich bescheiden angesichts der Würdigung. Die Preisredner hätten aus seiner Sicht teilweise übertrieben, sagte Beitz, er freue sich aber sehr über die Auszeichnung.

Lew Kopelew (1912-1997), auf der Frankfurter Buchmesse 1996 (Foto: picture-alliance)

Lew Sinowjewitsch Kopelew ist Namensgeber für den Friedens- und Menschenrechtspreis

Der undotierte Lew-Kopelew-Preis wird seit 2001 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem der Schriftsteller Siegfried Lenz und die Redaktion der Moskauer Zeitung "Nowaja Gaseta".

Beitz erhält den Preis im Jahr des 100. Geburtstags von Lew-Kopelew. Der russische Schriftsteller Kopelew (1912-1997) hatte sich in besonderer Weise für Völkerverständigung und Aussöhnung zwischen Russen und Deutschen eingesetzt.

kis/qu (dpa, dapd, afp)