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Europa

Berlusconi wegen Sex-Affäre unter Druck

Fortsetzung der "Bunga-Bunga"-Affäre von Premierminister Berlusconi in Italien: Medien berichten neue Details der angeblichen Nächte mit Prostituierten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und Berlusconi schäumt.

Halbprofil von Silvio Berlusconi, Ministerpräsident Italien, aufgenommen 12.01.2011 in Berlin

Berlusconi: Ich bin kein Heiliger

Die Zeitung "La Repubblica" berichtet am Dienstag (18.01.2011) in großer Aufmachung über neue Einzelheiten der pikanten Affäre, die seit Monaten Italien beschäftigt. Angeblich hatte der 74jährige Ministerpräsident Silvio Berlusconi 2010 mehrere Tage eine noch minderjährige Prostituierte in seinem Haus zu Gast. Gleichzeitig soll sich im letzten Jahr auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin in Berlusconis Anwesen zu einem halb-offiziellen Besuch aufgehalten haben. Berlusconi und Putin sind befreundet. Der Italiener bewundert den Russen für seinen, wie er sagte, "macho-haften" Führungsstil.

Flash-Galerie Berlusconis Skandale Ruby Party

Ruby, Berlusconis angebliche Geliebte, wollte Showgirl werden und will jetzt Geld für ihr Schweigen

Berlusconi: Kein Sex mit Ruby

Die Staatsanwaltschaft in Mailand hat Ermittlungen gegen Berlusconi und enge Vertraute aufgenommen. Es gäbe zahlreiche und hinreichende Beweise, dass Berlusconi Sex mit einer Minderjährigen hatte, heißt es in einem Schreiben der Staatsanwälte an das italienische Parlament. Das Parlament wird gebeten, die Immunität des Ministerpräsidenten aufzuheben. Sex mit Prostituierten ist in Italien nicht verboten, sehr wohl aber Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen und die Begünstigung von Prostitution. Die inzwischen 18 Jahre alte Marokkanerin mit dem Künstlernamen "Ruby" bestreitet, mit Berlusconi jemals Sex gehabt zu haben. Sie gab aber am Sonntag (16.01.2011) in einem Fernsehinterview mit Sky TG24 zu, von Berlusconi 7000 Euro erhalten zu haben. Außerdem habe sie Berlusconi erzählt, sie sei bereits 24 Jahre alt. Silvio Berlusconi, dessen Privatleben in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat, reagierte wütend auf die neuerlichen Veröffentlichungen. Er bestreitet, mit Ruby jemals Sex gehabt zu haben.

Pressekonferenz von Russlands Premier Vladimir Putin und Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi

April 2010: Putin zu Gast bei Berlusconi in Mailand

Harem in Berlusconis Diensten?

Die Staatsanwaltschaft in Mailand geht nach den Ermittlungsakten und abgehörten Telefonaten von einem ganzen Harem aus, den Berlusconi und seine Vertrauten offenbar für ausgelassene Parties in Berlusconis Villa in Arcore bereit hielten. Das berichtet "La Repubblica" und zitiert aus den Abhörprotokollen der Telefonate. Im Oktober hatte "Ruby" bereits für Aufsehen gesorgt, weil sie behauptet hatte, Berlusconi habe von ihr "Bunga-Bunga" verlangt, was im Italienischen so viel wie Massenorgie bedeutet. Laut der Nachrichtenagentur ANSA hat "Ruby" gegenüber ihrer Mutter gesagt, sie wolle fünf Millionen Euro Schweigegeld von Silvio Berlusconi. Schließlich sei ihr guter Ruf beschmutzt worden. Angeblich habe Berlusconi ihr zugesagt, ihr so viel Geld zu geben wie sie wolle, Hauptsache sie schweige.

Berlusconi wittert Verschwörung

Silvio Berlusconi erklärte in einer Videobotschaft vor den neusten Veröffentlichungen, bei den Gerüchten um sein Privatleben und den Ermittlungen der Staatsanwälte handele es sich um eine neuerliche Verschwörung. Nach einer überstandenen Vertrauensabstimmung im Dezember ist Berlusconi politisch angeschlagen. Die Opposition wolle nach den jüngsten Veröffentlichungen möglichst schnell Neuwahlen, falls die Regierung ihre Aufgaben nicht mehr erledigen könne, so Fabrizio Cicchitto, Oppositionsführer im italienischen Parlament. 2009 hatte eine Prostituierte behauptet, mit Berlusconi geschlafen zu haben. Daraufhin trennte sich seine Frau Veronica Lario von dem Milliardär und Medienunternehmer. Silvio Berlusconi, der sich in den letzten Jahren offensichtlich mehreren Schönheitsoperationen unterzogen hat, kokettierte gerne mit seinem Ruf als Schürzenjäger, weil das bei seinen Wählern gut ankam. Er sagte von sich selbst, er sei "kein Heiliger." Jetzt berichten die Medien darüber, wie lächerlich sich der 74jährige Berlusconi inzwischen im Ausland mache und das Ansehen Italiens gefährde. Die Stimmung bei den Wählern könnte kippen.

Autor: Bernd Riegert
Redaktion: Gero Rueter

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