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Europa

Berlusconi bleibt nach Angriff im Krankenhaus

Der italienische Regierungschef muss nach der Attacke bei einer Parteiveranstaltung für zwei Tage im Krankenhaus bleiben. Ein Angreifer hatte ihm am Sonntagabend einen schweren Gegenstand ins Gesicht geworfen.

Berlusconi sitzt im Auto mit blutender Nase (Foto: dpa)

Silvio Berlusconi auf dem Weg ins Karnkenhaus

Die Nacht nach dem tätlichen Angriff hat der italienische Ministerpräsident mit starken Kopfschmerzen verbracht. Am Morgen hätte Silvio Berlusconi aber sofort nach den Zeitungen und der üblichen Presseschau verlangt, berichtete sein Sprecher Paolo Bonaiuiti am Montag (14.12.2009). Berlusconi war am Sonntagabend nach einem öffentlichen Auftritt auf dem Mailänder Domplatz von einem Mann attackiert und im Gesicht verletzt worden.

Bei dem Angriff hatte Berlusconi eine Wunde an der Lippe erlitten, zwei Zähne wurden beschädigt und sein Nasenbein wurde angebrochen. Vorsichtshalber sei eine Computertomographie gemacht worden, teilten Ärzte des Mailänder San-Raffaele-Krankenhauses mit. Trotz des Bruchs müsse der 73-Jährige nicht an der Nase operiert werden. Der Ministerpräsident werde aber mindestens 48 Stunden im Krankenhaus bleiben.

Berlusconi sitzt im Auto mit blutender Nase (Foto: dpa)

Wie es zu den Verletzungen kam ist noch unklar

Der Angreifer wurde festgenommen

Der vermutlich psychisch kranke Angreifer hatte Berlusconi am Sonntagabend einen schweren Gegenstand - offensichtlich ein Souvenirmodell des Mailänder Doms - ins Gesicht geworfen. Er wurde nach der Tat überwältigt und festgenommen. Er sitzt nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur Ansa in einer Einzelzelle ein und wird von einem Strafvollzugsbeamten überwacht.

Der 42-jährige Mailänder war nach Behördenangaben bisher lediglich durch Verkehrsvergehen aufgefallen, soll allerdings wegen psychologischer Probleme seit zehn Jahren in der Mailänder Poliklinik in Behandlung gewesen sein.

Vorfall aus dem Tumult

Der Vorfall ereignete sich nach einer Veranstaltung von Berlusconis Partei Pdl (Volk der Freiheit). Zu Beginn des Treffens war Berlusconi von rund einem Dutzend Menschen ausgebuht und ausgepfiffen sowie als "Clown" beschimpft worden. Der Regierungschef rief ihnen daraufhin mehrfach laut zu, sie sollten sich schämen.

Danach gerieten die Demonstranten und junge Ordnungskräfte der Veranstaltung aneinander, woraufhin die Polizei eingriff. Ob der Angreifer aus den Reihen der Demonstranten kam, ist noch nicht geklärt.

Regierung und Opposition verurteilen den Angriff

Vertreter des regierenden konservativen Lagers machten ein "Klima der Konfrontation und des Hasses" gegen Berlusconi für den Vorfall verantwortlich. Umberto Bossi von der Lega Nord sprach von einem "terroristischen Akt“. Auch die linke Opposition verurteilte die Gewalt gegen den Regierungschef.

Berlusconi war in Mailand, um eine Mobilisierungskampagne seines rechten Lagers für die Regionalwahlen im März anzuführen. Schon 2004 war der wegen seiner Politik und privater Affären heftig umstrittene Ministerpräsident bei einem ähnlichen Vorfall verletzt worden. Ein junger Mann hatte mit einem Kamerastativ nach dem Ministerpräsidenten geworfen und ihn am Kopf verletzt.

Autoren: Oliver Samson/Brigitta Moll (dpa, afp, rtr)
Redaktion: Eleonore Uhlich/Frank Wörner

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