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Aktuell Deutschland

Berlins Sonderbeauftragter für Afghanistan und Pakistan geht

Michael Steiner war fast zwei Jahre lang für die beiden Länder am Hindukusch zuständig - und hatte dabei nach eigenem Bekunden "ein langes Rendezvous mit der Realität". Ihm folgt Pakistan-Botschafter Michael Koch nach.

Der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan, Michael Steiner, scheidet an diesem Mittwoch nach fast zweijähriger Tätigkeit aus seinem Amt aus. Wie aus dem Auswärtigen Amt verlautete, wird der 62-Jährige neuer deutscher Botschafter in Indien. Steiners Nachfolger soll der bisherige Chefdiplomat in Pakistans Hauptstadt Islamabad, Michael Koch (56), werden.

Seine zwei Amtsjahre als Sonderbeauftragter bezeichnete Steiner als "langes Rendezvous mit der Realität". Aus seiner Sicht habe sich die Einrichtung eines Sonderbeauftragten aber bewährt, um innerhalb der Bundesregierung eine "Politik aus einem Guss" zu schaffen. Beweis seien die 2010 eingeführten "ungeschminkten" Fortschrittsberichte der Bundesregierung über die Afghanistan-Politik.

Für ein langfristiges Engagement am Hindukusch

ARCHIV - Michael Koch, Diplomat im Auswärtigen Dienst der Bundesregierung, aufgenommen am 09.09.2010 am Rande der Botschafterkonferenz im Auswärtigen Amt in Berlin. Michael Koch, der künftige Sonderbeauftragte für Afghanistan und Pakistan, genießt nicht nur wegen seines Fachwissens Anerkennung. Beschrieben wird er als aufrichtig und herzlich. ( Zu dpa-Porträt «Michael Koch: Ausgewiesener Experte - und Mann der leisen Töne». Foto: Tim Brakemeier +++(c) dpa - Bildfunk+++ dpa 29479845

Der künftige Sonderbeauftragte Michael Koch

Steiner rief die internationale Gemeinschaft ferner dazu auf, in Afghanistan Kurs zu halten. Die Unruhen nach der Koran-Verbrennung hätten einmal mehr bestätigt, dass die gemeinsame Strategie richtig sei, sagte Steiner in Berlin. Wichtig sei ein langfristiges, aber auch realistisches Engagement am Hindukusch. In den vergangenen Tagen war es in Afghanistan zu blutigen Unruhen mit bis zu 40 Toten gekommen, nachdem verbrannte Reste des Korans auf dem US-Stützpunkt Bagram, etwa 60 Kilometer von Kabul, gefunden worden waren.

Steiner sagte weiter, es sei nun entscheidend, dass die Zusagen bis zum Abzug der internationalen Truppen Ende 2014 wie auch in der "Dekade der Transformation" von 2015 bis 2025 eingehalten würden. Daneben müsse der politische Prozess unterstützt werden, der auch die Aufnahme eines Dialogs mit den radikal-islamischen Taliban vorsieht. Bei der Afghanistan-Konferenz Anfang Dezember in Bonn hatte sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, das Land auch nach dem Truppenabzug zu unterstützen.

sti/kle (dpa, epd)

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