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Kultur

Berlins literarische Off-Szene

In Berlin gibt es immer mehr erfolgreiche junge Autoren. Daneben wächst auch die literarische Subkultur der Hauptstadt. Offene Lesebühnen und Literatursalons feiern eine neue Blüte.

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Salonière Xóchil A. Schütz, Pagenkopf mit ungezügelter Fantasie

Ob in verrauchten Kneipen, Kinosälen, ehemaligen Stasi-Cafés oder im Keller kleiner Buchhandlungen: Der literarische Underground kennt viele Orte und hat ebenso viele Gesichter.

Von den Wurzeln der Salonkultur zum kreativen Chaos

Kathrin Girgensohn und Xóchil A. Schütz sind die modernen Berliner Salonièren. An die Treffpunkte berühmter Vorbilder wie Rahel Varnhagen und Henriette Hertz knüpfen die beiden mit "Theodoras Literatursalon" an. In Berlin zugezogen, wie schon der Typus der romantischen Salonière, machen Katrin und Xóchil die literarische Geselligkeit zum zentralen Aspekt ihrer vierzehntägigen Lesebühne mit Lesecontest.

Xóchil A. Schütz und Katrin Girgensohn

"Theo" und "Dora" moderieren gemeinsam einen Salon

Die Vortragenden, die sich im Café Sibylle an der Karl-Marx-Allee hinters Lesepult stellen, sind nicht nur ambitionierte Jungautoren um die 30. Auch ein 60jähriger Ost-Berliner, der schon viele seiner Texte publiziert hat, gehört zum Stammpublikum. Das Text-Genre reicht von ernster Lyrik und Prosa über witziges Storytelling bis hin zur Slam-Poetry, mit der Moderatorin Xóchil auch andernorts in Berlin auftritt. Erlaubt ist, was den Vortragenden gefällt, und das Publikum, das aus allen sozialen Schichten stammt, ist geduldig. Kritik, die im Anschluss an die Textpräsentation fällt, ist laut Xóchil meist konstruktiv.

Viele der Autoren aus "Theodoras Literatursalon" haben ihre Texte in Anthologien publiziert, manch einer schon ein Stipendium gewonnen. Literarische Qualität, gemessen an literaturwissenschaftlichen Kriterien, ist jedoch nicht das Entscheidende. Was zählt ist letztendlich der selbstbestimmte Umgang mit Literatur, abseits vom etablierten Kulturbetrieb. Frech und frei nach Nietzsche lautet das Motto der beiden Salonièren: "Man muss noch Chaos in sich tragen, um einen tanzenden Stern gebären zu können."

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