1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Berliner Stadtschloss nimmt Konturen an

Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses geht voran: Erste Elemente der künftigen Barockfassade wurden angebracht, die komplett aus Spenden finanziert werden soll. Das Richtfest ist für Juni geplant.

Am Mittwoch hat die Rekonstruktion der historischen Barock-Fassade an dem zukünftigen Berliner Stadtschloss begonnen. Bundesbauministerin Barbara Hendricks war dabei, als die ersten tonnenschweren Fensterportale aus Sandstein auf der Baustelle in Berlin-Mitte angeliefert wurden. Auf drei Seiten des Neubaus soll das einstige Hohenzollern-Schloss wieder enstehen. Bis zur Novemberrevolution 1918 residierte hier der deutsche Kaiser Wilhelm II. Die barocken Fassadenelemente werden originalgetreu von vier Spezialfirmen aus Deutschland angefertigt und nach und nach montiert. Bislang ragt nur ein monumentaler Betonbau am Ufer der Spree dreistöckig in die Höhe.

Bis zum geplanten Richtfest des Gesamtbaus am 12. Juni 2015 soll die Fensterfront im Erdgeschoss schon in alter Pracht rekonstruiert werden. Bauministerin Barbara Hendricks (Foto) verspricht sich davon, dass dadurch "der Funke der Begeisterung" auf die skeptischen Berliner Bürger und spendenwillige Sponsoren überspringt. Allein die Fassade des rekonstruierten Stadtschlosses, die sich komplett aus Spenden finanziert, wird über 80 Millionen Euro kosten. Der Bund trägt die Baukosten des schmucklosen Beton-Rohbaus, der 590 Millionen Euro kosten wird.

Spenden erwünscht

Bislang sind auf das Konto des Fördervereins, der sich für den Neubau jahrelang stark gemacht hat, 30 Millionen Euro an Spenden eingegangen."Wir wissen von der Frauenkirche in Dresden, dass die Spenden deutlich mehr fließen, wenn die Leute sehen, wie schön es mal wird", so Hendricks gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der Vorsitzende des Fördervereins, Wilhelm von Boddien, gibt sich gelassen. "Das Geld kommt zusammen. Wir haben ja noch bis 2019 Zeit."

Der Wiederaufbau des historischen Berliner Stadtschlosse ist jahrelang kontrovers diskutiert worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloß durch Bombenangriffe stark beschädigt. 1950 ließ die damalige DDR-Führung es sprengen und errichtete auf dem Grundstück den "Palast der Republik." 2002 beschloss der Deutsche Bundestag, die einstige Residenz der preußischen Könige und des deutschen Kaisers nach historischem Vorbild zu rekonstruieren. Allerdings mit einer modernen Seite zur Spree hin, wo auch das Kanzleramt und andere Regierungsbauten das Berliner Stadtbild prägen.

Großstädtisches Flair

Der italienische Architekt Franco Stella, der den Wettbewerb für den Neubau gewonnen hat, zeigte sich beim ersten Rundgang über die Großbaustelle entzückt über die zukünftigen räumlichen Perspektiven und Plätze, die die "majestätischen Ausmaße" bereits jetzt sichtbar machten. Die Passagen und der Innenhof sollen Tag und Nacht für Flaneure zugänglich sein, der Hof als Kulisse für Musik- und Theateraufführungen dienen. "Hier entsteht eine große Piazza für die Berliner und Besucher aus aller Welt", so Stella im Interview der Nachrichtenagentur dpa.

hm/az (dpa/berliner-schloss.de/rbb.de)

Audio und Video zum Thema