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Kriminalität

Berliner Obdachlosen angezündet: Haftbefehle wegen Mordversuchs

Sie sollen in der Nacht zu Heiligabend in einem Berliner U-Bahnhof versucht haben, einen Obdachlosen anzuzünden. Jetzt stellten sich die mutmaßlichen Täter. Die sieben Männer bleiben in Untersuchungshaft.

Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen versuchten Mord. Der Obdachlose blieb unverletzt, weil Passanten in der Berliner U-Bahnhaltestelle Schönleinstraße in der Tatnacht die Flammen sofort gelöscht hatten. Der Ermittlungsrichter erließ am Abend Haftbefehl gegen die sieben Tatverdächtigen. Sechs hatten sich nach der Veröffentlichung von Fotos und Videos aus der Tatnacht selbst bei der Polizei gestellt, der siebte wurde festgenommen.  

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um Syrer sowie einen Mann aus Libyen. Sie seien zwischen 15 und 21 Jahre alt und sollen nach Angaben der Behörden zwischen 2014 und 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland eingereist sein. Zwei Männer seien volljährig. Ein 21-Jähriger gelte als Hauptverdächtiger.

Gestochen scharfe Überwachungsvideos

Die sieben Männer sollen die Kleidungsstücke des 37-Jährigen in der Nacht auf den ersten Weihnachtsfeiertag angezündet haben. Auch Zeitungen, mit denen sich der Obdachlose vor Kälte geschützt hatte, brannten lichterloh. Der Obdachlose blieb dennoch unverletzt. Er hatte Glück, dass Passanten sofort und beherzt eingriffen, wie die Polizei mitteilte. Auch ein U-Bahnfahrer half mit einem Feuerlöscher.

Die Verdächtigen waren nach dem Angriff mit einer U-Bahn geflüchtet. Die Berliner Polizei hatte mithilfe von Überwachungsvideos der Berliner Verkehrsgesellschaft nach den Tätern gefandet. Auf den Fotos und einem Video sind die Gesuchten in einer U-Bahn zu sehen. Die Gesichter der Beteiligten sind recht gut zu erkennen.

Der U-Bahnhof Schönleinstraße an der Grenze der Stadtteile Kreuzberg und Neukölln wird mit Videokameras überwacht. In der Hauptstadt haben Tausende Menschen keine Wohnung. Die Berliner Verkehrsbetriebe öffnen im Winter nachts traditionell einige U-Bahnhöfe für Schutz- und Wärmesuchende. In der Weihnachtsnacht war am U-Bahnhof Schönleinstraße aber regulär Betrieb.

U-Bahn-Treter sitzt in Untersuchungshaft

Erst kürzlich hatte eine Attacke in einer Berliner U-Bahn bundesweit Empörung ausgelöst. Ein Mann hatte einer Frau unvermittelt auf einer Treppe in den Rücken getreten. Sie stürzte und brach sich einen Arm. Die Polizei hatte Kritik auf sich gezogen, weil sie erst nach mehreren Wochen mit Videobildern nach dem Täter suchte. Inzwischen ist er ermittelt und sitzt in Untersuchungshaft.

myk/sc (dpa, ARD, epd, afp)

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