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Politik

Berliner Friedensetappe

In Berlin haben die Regierung von Sri Lanka und Rebellenvertreter über den Frieden für den Inselstaat verhandelt. Vor allem für rekrutierte Kindersoldaten soll es jetzt Hilfe geben.

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Noch ist der Alltag auf Sri Lanka vom langen Bürgerkrieg geprägt

Die Unterhändler versammelten sich zur fünften Friedensrunde in der norwegischen Botschaft. Das nordische Land vermittelt zwischen den beiden ehemaligen Konfliktparteien, deren Waffenstillstand nun schon über ein Jahr hält. Die Rebellenbewegung LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) kämpfte seit 1983 gegen die Regierung in Colombo für einen Tamilen-Staat. Dabei wurden 69.000 Menschen getötet.

Die am Samstag (8. Februar 2003) beendeten Gespräche sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Frieden in dem Land. Die Regierung Sri Lankas und die "Befreiungstiger" hatten sich im vergangenen Dezember zunächst auf die Schaffung eines föderalen Staates geeinigt. Offen ist noch, unter welchen Voraussetzungen die tamilischen Flüchtlinge in den Norden der Insel zurückkehren können. Dazu müsste das Militär die Sicherheitszonen räumen.

Die Frage der Waffen

Die vorige Runde der Friedensgespräche zwischen der sri-lankischen Regierung und tamilischen Rebellen Anfang Januar in Thailand war noch ohne weitere greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Eine Einigung scheiterte an der Weigerung der Tamilen, ihre Waffen vor der Unterzeichnung eines endgültigen Abkommens niederzulegen. Die LTTE war zudem nicht bereit, die "Schwarzen Tiger", eine Elite-Einheit von Selbstmordattentätern, aufzulösen.

Der norwegische Vermittler, Vizeaußenminister Vidar Helgesen, gab sich seinerzeit pragmatisch: ""Wir arbeiten daran, Geschichte zu machen", umschrieb er den mühseligen Friedensprozess.

Wie empfindlich dieser derzeit noch ist, belegt ein Zwischenfall wenige Stunden vor der Berliner Konferenz: Drei tamilische Rebellen sprengten sich mit ihrem Schiff in die Luft, auf dem Waffenstillstandsbeobachter zuvor ein Flugabwehrgeschütz und hunderte Schuss Munition entdeckt hatten.

Kinder in Kriegsdiensten

In Berlin ist nun erstmals auch über die Heimkehr hunderter Kindersoldaten verhandelt worden. Wie Norwegens Vermittler Helgesen zum Abschluss der Gespräche sagte, sind auch Schritte zur Wiedereingliederung der von der LTTE rekrutierten Kindersoldaten erzielt worden.Gefragt sind hier die Tamil Tigers. Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen appellierte an die Rebellen, ihre Kindersoldaten freizulassen. Die LTTE müsse einen Aktionsplan für die Rückführung von 700 rekrutierten Kindern in ihre Familien vorlegen. Offenbar werden auf der Insel noch immer Kinder zu Soldaten gemacht. Nach der katholischen Kirche haben auch die internationalen Waffenstillstandsbeobachter in Sri Lanka den Rebellen die Rekrutierung von Kindern trotz laufender Friedensgespräche vorgeworfen.

Deutsche Hilfe in Aussicht gestellt

Auch die Bundesregierung macht sich derweil für den Frieden auf der beliebten Urlaubsinsel stark. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte in Berlin, durch Investitionen, Armutsbekämpfung und Bildungsprojekte sollten die Menschen in dem Land spüren, dass sich ihre Lebenssituation verbessere. Im Vorfeld der Friedensgespräche traf sie den sri-lankischen Industrieminister G.L. Peiris, der als Unterhändler seiner Regierung anreiste. Die sechste Runde der Friedensverhandlungen soll Mitte März in Japan stattfinden. (dk / kap)

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