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Filme

Berlinale: Goldener Ehrenbär für Michael Ballhaus

Mit seiner filmischen Arbeit hat er Akzente gesetzt, in seiner Heimat Deutschland und auch in Hollywood. Nun bekommt Kameralegende Michael Ballhaus in Berlin den Goldenen Ehrenbären - für sein Lebenswerk.

Für Berlinale-Direktor Dieter Kosslick ist Michael Ballhaus "einer der größten Kameramänner, die wir haben". Einer, der seinen Regisseuren stets "ein kongenialer Partner" gewesen ist, so Kosslick. Und in der Tat kann man in der Filmografie des gebürtigen Berliners, der im letzten Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, so manchen Regisseur von Rang und Namen ausmachen, dem nicht zuletzt die Kreativität des außergewöhnlichen Mannes hinter der Kamera zu Ruhm und Ansehen verhalf. Sein Arbeiten für die deutschen Regisseure Wolfgang Staudte, Hark Bohm, Rainer Werner Fassbinder (15 Filme) oder Margarethe von Trotta öffneten schließlich die Türen ins internationale Filmgeschäft.

Das "Auge von Hollywood"

Dass Ballhaus heute als einer der bedeutendsten Kameraleute des deutschen und internationalen Films gilt, verdankt er vor allem seinem Wirken in Hollywood ab 1982. Hier arbeitete er unter anderem mit den Regisseuren Francis Ford Coppola, Volker Schlöndorf, Robert Redford, Paul Newmann oder Wolfgang Petersen zusammen.

Besonders intensiv war die Zusammenarbeit mit Martin Scorsese, für den Ballhaus sieben Mal verantwortlich für die Kamera war, darunter beim mehrfach preisgekrönte Mafia-Drama "Goodfellas". Als er Scorsese 1980 zum ersten Mal erlebte, habe er zu seiner Frau gesagt: "Mit dem möchte ich mal einen Film drehen!", verriet Ballhaus dieser Tage in einem Interview. "Das war damals so weit weg wie der Mond." Später, bei der Zusammenarbeit mit Scorcese, habe er geschätzt, dass der in Bildern denkt. "Für einen Kameramann ist es etwas Wunderbares, weil man die gleiche Sprache spricht."

Bekannt wurde der Kamera-Künstler auch durch seine innovative Technik einer 360-Grad-Kamerafahrt, des sogenannten "Ballhaus-Kreisels". Darum verwundert es nicht, dass er von Kennern und Könnern der Traumfabrik den Spitznamen "Fliegendes Auge von Hollywood" bekam. In puncto Farbe, Licht und Bildsprache setzte er neue Akzente für das ganz große Kino.

Ein Oscar fehlt

Rund 130 Filme für Kino und Fernsehen schuf Michael Ballhaus im Verlauf von mehr als 50 Jahren. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen deutschen und internationalen Filmpreisen gewürdigt. Einen Oscar für die beste Kamera hat er trotz dreier Nominierungen nicht bekommen. Im Jahr 2007 gab Ballhaus im Rahmen der Berlinale seinen Rückzug aus Hollywood bekannt. Seitdem konzentriert er sich darauf, sein Wissen und Können in die Förderung und Ausbildung des filmischen Nachwuchses zu stecken.

Die Verleihung des Goldenen Ehrenbären ist verbunden mit einer Hommage. Bei der derzeit laufenden 66. Berlinale wird eine Auswahl jener Filme gezeigt, bei denen Michael Ballhaus als Chefkameramann verantwortlich war.

Als Träger des Goldenen Ehrenbären steht er nun in einer Reihe mit Stars wie Sophia Loren, Alaine Delon, Claudia Cardinale, Meryl Streep und Wim Wenders.

kk/pl (DPA, EPD, KNA)

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