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Kultur

Berlinale-Chef äußert sich zu Iran-Kritik

Die Berlinale ist ein künstlerisches und politisches Filmfestival. Das passt nicht jedem Land. Jüngst äußerte der Iran Kritik. Festivaldirektor Kosslick spricht nun von einem "stillen filmischen Protest" des Festivals.

Erst hatte Nordkorea der Berlinale gedroht, dann äußerte der Iran Kritik. Der Grund: Der neue Film "Taxi" des Regimekritikers Jafar Panahi wird bei der Berlinale gezeigt. Die Aufmerksamkeit für Panahi sei "übertrieben", schrieb das konservative Kulturinstitut Aviny auf seinem Webportal in dem Leitartikel mit dem Titel: "Illegales Taxi fährt nach Berlin".

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) reagierte energisch und wies jede "politische Einmischung" in die Berlinale zurück. Nun erklärte Festivalchef Dieter Kosslick im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, er kämpfe für die Freiheit der Kunst. Es sei ein "stiller filmischer Protest", sagte er. "Die ständige Einladung an Panahi, der vor vier Jahren Jurymitglied war und nicht ausreisen durfte, steht. Ich lade Panahi solange ein, bis er kommen kann. Die Berlinale kämpft seit ihrer Gründung im Jahr 1951 um die Freiheit von Kunst und Meinungsfreiheit und setzt sich für Völkerverständigung ein."

Panahi war wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt worden - das Urteil wurde jedoch nicht vollständig vollstreckt. Für den heimlich gedrehten Film "Geschlossener Vorhang" erhielt er bei der Berlinale 2013 den Silbernen Bären für das beste Drehbuch.

ab/rb (dpa)