1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Berlinale 2006: Ein politischer Jahrgang

Das Berliner Film-Festival beginnt am 9. Februar und soll in diesem Jahr von politischen Themen bestimmt werden. Die Stars kommen trotzdem.

default

Das Logo der Berlinale auf dem Potsdamer Platz

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick erinnert sich gut an den Schwerpunkt des letzten Jahres, der mehr als nur eine Klatschzeitung dazu bewogen hatte, die Berlinale 2005 "Sexinale" zu nennen. Diese Kontroversen hat er diesmal nicht zu befürchten.

Kein offizielles Motto

Berlinale Dieter Kosslick

Dieter Kosslick

In seiner Rede vor der voll besetzten Pressekonferenz am Montag (30.1.2006) in Berlin sagte Kosslick, das Festival, das vom 9. bis zum 19. Februar läuft, habe kein offizielles Motto. "Ich weiß, Sex, Fußball und Politik waren letztes Mal große Themen", sagte Kosslick. "Aber dieses Mal ist der Trend – wenn es denn einen gibt – definitiv politisch. Weltweit gibt es eine Tendenz zu politischem Kino, das nah an der Realität ist und eine harte Welt zeigt. Ich bin froh, dass die Berlinale daran Teil hat."

Überall Politik

Die Politik zieht sich dieses Mal durch fast alle Sektionen der Berlinale. "Syriana", ein Politthriller von George Clooney läuft außerhalb des Wettbewerbs. "Bye, bye Berlusconi!", eine Satire von Jan Henrik Stahlberg wird in der Panorama-Sektion laufen und Michael Winterbottoms "The Road to Guantanamo" über drei Muslime, die in dem US-Gefängnis auf Kuba festgehalten werden, läuft im Wettbewerb. Eine Provoaktion der USA? Eher ein Statement für die Menschenrechte, meint Kosslick. "Wenn es nach mir ginge, würde ich die 450 Guantanamo-Häftlinge, die dort unter Missachtung jeglicher Menschenrechte festgehalten und gefoltert werden, liebend gern auf dem roten Teppich treffen", fügte Kosslick hinzu.

Berlinale Zuwachs

Die Berlinale, das erste der drei großen europäischen Film-Festivals, ist noch größer geworden. Kosslick und seine Mitarbeiter haben 4000 eingereichte Filme gesichtet, um davon 400 für den Hauptwettbewerb und die vielen Nebenveranstaltungen auszusuchen. Im Wettbewerb laufen insgesamt 26 Filme, 19 davon kämpfen um den Goldenen und den Silbernen Bären; 17 sind Weltpremieren. "Ein guter Jahrgang", ist sich Kosslick sicher.

18.000 Filmhändler, Produzenten, Regisseure und Schauspieler sowie Journalisten werden sich auf dem schicken Potsdamerplatz in Berlins Downtown drängeln. Beki Probst, Leiterin der Sektion "Europäischer Film Markt" der Berlinale, wo Käufer und Verkäufer aus der ganzen Welt zusammenkommen, bestätigt wieder den Ruf der Berlinale als Startrampe für Hollywood und europäische Filme zum Jahresbeginn. Die Sektion habe viele neue Kunden aus den USA, aus Asien und aus Europa gewonnen. Der Film-Markt habe in diesem Jahr einen Zuwachs von 45 Prozent erlebt. 254 Firmen nehmen teil. "Berlin hat sich als wichtiger Ort etabliert", sagt Probst.

Deutsche Filme im Wettbewerb

Dieses Mal ist Deutschland mit vier Wettbewerbsfilmen dabei - und die sind nicht politisch: Oskar Röhlers "Elementarteilchen", eine Roman-Adaption des französischen Enfant Terribles Michael Houellebecqs, Matthias Glasners "Der freie Wille", Valeska Grisebachs "Sehnsucht", ein Film über eine Dreierbeziehung im früheren kommunistischen Osten und "Requiem" über Exorzismus im Deutschland der 1970er Jahre von Hans-Christian Schmid. "Die vier sind absolut zu Recht im Wettbewerb", sagte Kosslick und fügt ironisch hinzu: "Wenn man sich nicht zu Tode lachen will – dann sollte man deutsche Filme gucken gehen."

Stars sorgen für Glamour

Charlotte Rampling wird Jury-Präsidentin der Berlinale

Charlotte Rampling

Wie es sich gehört, zieht die Berlinale auch in diesem Jahr Stars an. George Clooney, Isabella Rossellini, Meryl Streep, Vin Diesel, Roberto Benigni und Claude Chabrol werden neben anderen für Glamour sorgen. Der internationalen Jury wird die britische Schauspielerin Charlotte Rampling vorsitzen; dabei ist auch der deutsche Schauspieler Armin Müller-Stahl.

"Snow Cake", eine britisch-kanadische Ko-Produktion, in der Sigourney Weaver eine autistische Frau spielt, wird das Festival eröffnen. Sie wird mit ihrem Kollegen Alan Rickman auf dem roten Teppich erwartet.

Die Redaktion empfiehlt