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Aktuell Deutschland

Berlin wirbt für Klimaversicherungen

Beim G7-Gipfel im Juni will Gastgeber Deutschland auch den Klimaschutz auf die Agenda setzen. Bundesentwicklungsminister Müller macht sich für Klimaversicherungen stark.

Industrienationen dürfen die Entwicklungsländer mit den Folgen des Klimawandels nicht alleine lassen - dafür will Gastgeber Deutschland nach den Worten von Entwicklungsminister Gerd Müller beim G7-Gipfel Anfang Juni in Bayern werben. "Die Entwicklungsländer tragen am wenigsten bei zum Klimawandel, aber sie haben die größten Lasten zu tragen", sagte der CSU-Politiker bei einer Konferenz zur Vorbereitung des Gipfels in Berlin.

Entwicklungsminister Müller (Foto: dpa)

Entwicklungsminister Müller

Bei neun von zehn Staaten, die von den negativen Auswirkungen des Klimawandels bedroht seien, handele es sich um Entwicklungsländer, erläuterte Müller. "Was wir an Schadstoffen produzieren, kommt bei ihnen an." Deshalb müssten konkrete Lösungsansätze für einen solidarischen Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels entwickelt und umgesetzt werden.

Neuer Ansatz: Versicherungen

Dabei verwies Müller auf das relativ neue Instrument der von den reichen Staaten subventionierten Klimarisiko-Versicherung. Sie ermöglicht es, beispielsweise Bauern nach Überschwemmungen oder Dürre-Perioden schnell und preiswert zu unterstützen anstatt später große UN-Hilfsprogramme aufzulegen. Bisher seien rund 100 Millionen Menschen gegen negative Auswirkungen des Klimawandels versichert, teilte der Minister mit.

Das Entwicklungsressort strebt mit einer Initiative im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft an, weitere 400 Millionen arme Menschen bis 2020 mit Klimaversicherungen zu schützen. Um für die Erreichung dieses Ziels mit gutem Beispiel voranzugehen, kündigte die Bundesregierung deutsche Finanzhilfen für entsprechende Versicherungen in Höhe von 150 Millionen Euro bis 2016 an.

Vier Länder versichert

Deutschland beteiligt sich bisher an einer Versicherung für die afrikanischen Länder Senegal, Niger, Mauretanien und Kenia. Die 'African Risk Capacity' hatte nach der Dürre in der Sahelzone Ende 2014 rund 26 Millionen US-Dollar an Mauretanien, Niger und Senegal ausgezahlt. Damit konnten neues Saatgut, Nahrung und Futter für das Vieh beschafft werden. Das seien etwa 200 Millionen Dollar weniger, als eine Nothilfe für die drei Länder gekostet hätte, teilte Müllers Ministerium mit.

wl/wa (dpa, epd)