1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Deutschland

Berlin vor der Silvesterparty: Zwischen Hoffen und Bangen

Seit dem Anschlag in der Hauptstadt sind die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal drastisch erhöht worden. Doch Berlin will sich das Feiern nicht vermiesen lassen. Vom Brandenburger Tor berichtet Volker Witting.

Video ansehen 02:15

Berlin lässt sich das Feiern nicht nehmen

Pariser Platz, gleich in der Mitte von Berlin: Tonnenschwere Beton-Poller stehen an allen wichtigen Zufahrtsstraßen. Das ist neu. Noch niemals zuvor sind die Sicherheitsvorkehrungen zu einer der größten Silvesterparties in Europa so streng gewesen. Schon seit Tagen sind die Festmeile rund um das Brandenburger Tor und die Straße des 17. Juni hermetisch umgittert und die Zufahrtsstraßen mit Pollern zugebaut. So soll sichergestellt werden, dass kein Fahrzeug in die feiernden Menschenmassen durchbrechen kann.

Festmeile wird zur Festungsmeile

Der Anschlag vom 19. Dezember mit 12 Toten hat in Berlin vieles verändert. Die Unbeschwertheit vor dem Riesenfest ist weg. Aus der Festmeile ist eine Festungsmeile geworden. Immerhin wollen hier Hunderttausende am Samstag in das neue Jahr feiern. Polizei-Sprecher Thomas Neuendorf sagt: "Das Sicherheitskonzept wurde nach dem Anschlag erneut überarbeitet."

Sicherheitsmann bei Vorbereitung zur Silvesterparty am Brandenburger Tor (DW/N. Jolkver)

Sicherheitsmann bei Vorbereitung zur Silvesterparty am Brandenburger Tor

Rund um das Brandenburger Tor werden 1000 Polizisten im Einsatz sein, Videokameras sind schon jetzt sichtbar installiert, weitere neuralgische Punkte in der Stadt werden stärker observiert. Hinzu kommen 600 Sicherheitskräfte des privaten Party-Veranstalters "Silvester Berlin". Die Security-Leute werden jeden Gast an den Eingängen kontrollieren. Feuerwerkskörper sind verboten, ebenso wie Flaschen, Messer, Pfefferspray und andere gefährliche Gegenstände.

Im Gespräch mit der Deutschen Welle gibt sich Anja Marx von "Silvester in Berlin" optimistisch. "Wenn man auf dieser Meile ist, ist man wahrscheinlich an einem der sichersten Orte in Berlin."

Hinzu kommt die Sorge vor sexueller Belästigung. In Köln war die letzte Silvesterparty vor dem Hauptbahnhof außer Kontrolle geraten. Horden von überwiegend nordafrikanischen Männern hatten hunderte Frauen sexuell belästigt, ausgeraubt, gedemütigt. Diese Nacht war auch in der Flüchtlingspolitik von Deutschland eine Zäsur, weil viele der Täter Migranten waren.

Terror und sexuellen Übergriffe

Alle Sicherheitskräfte in Berlin sind instruiert, genau hinzusehen und derartige Übergriffe zu unterbinden. Aber es stimmt wohl, was Innenminister Thomas de Maizière sagt: "Silvester 2016 wird nicht wie Silvester 2015."

Die Feuerwehr rüstet sich ebenfalls für den Großeinsatz, hat zwei temporäre Wachen und sechs Unfallstellen eingerichtet. Insgesamt wird aber beim Personal nicht aufstockt. 1600 Helfer und 390 Fahrzeuge sind bereitgestellt. Neben der Angst vor Bränden und gefährlichen Böllern ist bei Feuerwehrchef Wilfried Gräfling aber weiterhin noch die angespannte Sicherheitslage ein Thema. Der Deutschen Welle sagt er: "Es bleibt bei einer abstrakten Terrorgefahr, auch nach den Ereignissen vom 19. Dezember."

Brandenburger Tor mit Silvesterfeuerwerk (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Hunderttausende Besucher werden auch dieses Jahr wieder am Brandenburger Tor erwartet

Berliner lässt sich das Feiern nicht verbieten

Doch eigentlich will man einfach nur feiern und die Erinnerungen an die schlimmen Ereignisse des vergangenen Jahres und der letzten Wochen vergessen. Und das sollte gelingen: 24 Bands sind angekündigt, 150 Imbissbuden aufgebaut, das große Feuerwerk ist vorbereitet. In der Stadt sind schon spürbar mehr Touristen unterwegs als sonst. Viele von ihnen wollen Silvester friedlich und ausgelassen in der Party-Hauptstadt Berlin feiern.

Und alle Verantwortlichen in Politik, Verwaltungen und Behörden wollen das garantieren, sagen aber auch: "100-prozentige Sicherheit - die könne es schlicht nicht geben."

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema