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USA

Berlin und Washington liegen in Handelsfragen über Kreuz

Es ist kein leichter Besuch von Wirtschaftsministerin Zypries. Die Trump-Regierung wirft Deutschland vor, sich in unfairer Weise Handelsvorteile zu verschaffen. Und auch nach den Gesprächen sind Differenzen deutlich.

USA Washington - Brigitte Zyppries trifft US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer (picture alliance/dpa/FR170079 AP/C. Owen)

Wirtschaftsministerin Zypries und der US-Handelsbeauftragte Lighthizer

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat den USA den Rat gegeben, die heimische Wirtschaft international wettbewerbsfähiger zu gestalten. Nur so könne sie mehr exportieren. Gleichzeitig wies sie bei ihren Gesprächen in Washington die harte Kritik der Regierung von Präsident Donald Trump an den deutschen Exportüberschüssen zurück.

Es gebe "zweifelsohne" Differenzen mit der US-Regierung, vor allem hinsichtlich der Ursachen des US-Defizits im Handel mit Deutschland und anderen Ländern, sagte Zypries nach einem Treffen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer. Die US-Regierung übe weiter Druck aus, dass der deutsche Exportüberschuss zurückgefahren werden müsse.

Die deutsche Ministerin macht vor allem die internationalen Handelsabkommen für die negative US-Handelsbilanz verantwortlich. Über diese Frage habe sie einen "angeregten Austausch" mit Lighthizer geführt, erklärte die SPD-Politikerin.

107 Milliarden Euro zu 58 Milliarden

Deutsche Unternehmen führten nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 107 Milliarden Euro in die USA aus; umgekehrt belief sich der Wert der in die Bundesrepublik gelieferten US-Waren auf nur knapp 58 Milliarden Euro.

Bereits bei ihrer Ankunft in Washington hatte Zypries betont, dass die deutsche Handelsbilanz von einer Vielzahl von Faktoren abhänge, die teilweise nicht von Deutschland beeinflussbar seien. Dazu gehörten der Ölpreis und der Dollarkurs.

70 Prozent der in die USA importierten deutschen Waren seien Anlagen und Maschinen, führte die Wirtschaftsministerin aus. Diese Importe trügen zur Modernisierung der US-Industrie bei. Es handle sich also trotz des US-Defizits um einen Austausch, von dem beide Seiten profitierten.

Ungeachtet der Differenzen bewertete Zypries ihre Gespräche als "konstruktiv". Es sei gelungen, einen "dauerhaften Gesprächsfaden" zum Thema Handel herzustellen. Sie hatte auch die US-Handelskammer besucht und mit Kongressmitgliedern gesprochen, darunter dem Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan.

se/bru (rtr, afp)

     

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