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Amerika

Berlin ist jede US-Regierung recht

Offiziell ist das Rennen um die amerikanische Präsidentschaft immer noch nicht entschieden, auch wenn sich Bush bereits als Sieger sieht. Berlin kommentiert eher vorsichtig.

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Deutsche Politiker halten sich zurück

Ob nun Bush oder Kerry gewinnt: Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind und bleiben wichtig, so die ersten vorsichtigen Kommentare aus Berlin. Solange der Sieger nicht endgültig feststeht, wollte sich kein Politiker zu weit aus dem Fenster lehnen.

"Große Schnittmenge zwischen Schröder und Bush"

Joschka Fischer und Gerhard Schröder

Joschka Fischer mit Gerhard Schröder

"Wir arbeiten mit jeder Regierung bestens zusammen", sagte Außenminister Joschka Fischer. Ähnlich äußerte sich Karsten Voigt, der für die Bundesregierung die deutsch-amerikanischen Beziehungen koordiniert. Der Irak-Krieg sei der Auslöser einer langen Funkstille zwischen George Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder gewesen. In einer zweiten Amtszeit Bush dürfte es damit vorbei sein, hofft Karsten Voigt. "Sie müssen nicht nur zusammenarbeiten, sie können auch zusammenarbeiten, weil die Schnittmenge gemeinsamer Werte und Interessen außerordentlich groß ist", sagte Voigt. Nicht zuletzt sei eine Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA im Interesse beider Staaten, weil dadurch die Stabilisierung der Welt erleichtert werde.

"Internationale Kooperationsbereitschaft gering"

Etwas kritischer analysiert der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich Klose, was eine zweite Amtzeit von George Bush für die deutsch-amerikanischen Beziehungen bedeuten würde. "Der größte Vorteil ist, da weiß man, was man hat, auch wenn einem nicht alles gefällt", sagte Klose. Ein neuer Präsident hätte dagegen etwa sechs Monate gebraucht, um eine neue Regierung zu bilden. Der Nachteil sei, "dass die Neigung dieses Präsidenten Bush, multilateral nicht nur zu handeln, sondern zu entscheiden, sehr gering ist", so Klose weiter.

Schily erwartet weiter gute Zusammenarbeit mit USA

Bundesinnenminister Otto Schily

Schily sieht gute Kooperation mit USA beim Anti-Terror-Kampf

Das sieht Innenminister Otto Schily weniger kritisch. Er habe sehr gute Beziehungen zu den Mitgliedern der Bush-Regierung. "Die Zusammen- arbeit hat hervorragend funktioniert in Fragen der Terror-Bekämpfung", betonte Schily. "Die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind eine wichtige Grundlage für unsere Politik und werden es bleiben, ganz egal, wer die Wahl gewinnt."

Grüne hoffen auf Kerry

Den Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele könnte allerdings auch die grundsätzliche Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen nicht über einen Wahlsieg Bushs hinwegtrösten: "Wenn das so bleibt, dann werden meine schlimmsten Träume wahr", sagte Ströbele. Er sehe darin vor allem eine nachträgliche Rechfertigung des Irak-Kriegs, eines "völkerrechtswidrigen Angriffs". Ein Triumph von Bush wäre für Ströbele deshalb "ein schwarzer Tag für den Frieden."

Opposition: USA muss wieder auf Europa zugehen

Einer der wenigen Oppositionspolitiker, die sich zur US-Wahl äußerten, war der CDU-Außenexperte Volker Rühe. Auch im Fall eines Wahlsiegs von George Bush hofft er auf eine Verbesserung der transatlantischen Beziehungen. Bush müsse wieder auf Europa zugehen und alle Versuche aufgeben, den Kontinent in ein altes und ein neues
Europa zu spalten.

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  • Datum 03.11.2004
  • Autorin/Autor Nina Werkhäuser
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5o8C
  • Datum 03.11.2004
  • Autorin/Autor Nina Werkhäuser
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